Botschaft des Bundesrates · BBl 2026 615
Ziff. 2.3.7.3.2 Lohnschutz
Optimierung und Weiterentwicklung des zentralen Meldeverfahrens Parallel zu den Anpassungen des Meldeverfahrens im Rahmen von Artikel 6 Absätze 1, 4 und 6 EntsG (s. Ziff. 2.3.7.2.2) sind weitere Verbesserungsmassnahmen geplant. Die zentralisierte und automatisierte Triage sowie die Übermittlung der Meldungen erfolgen neu vom Bund direkt an die zuständigen Kontrollorgane (PK, kantonale tripartite Kommissionen und die vom Kanton nach Art. 7 Abs. 1 Bst. d EntsG bezeichnete Behörde) und bewirken, dass die eingegangenen Meldungen basierend auf den im System hinterlegten kantonalen Parametrisierungen automatisiert triagiert und dem zuständigen Kontrollorgan (noch vor der Bearbeitung der Meldung durch den Kanton) übermittelt werden. Die Kantone zeichnen sich für die Hinterlegung der Pa rametrisierung verantwortlich. Diese Parametrisierung muss die kantonale Vollzugslandschaft abbilden und regelmässig durch die kantonalen Vollzugsorgane aktualisiert werden.
Gleichzeitig zur Triage wird die Meldung durch die zuständige kantonale Behörde bearbeitet, wobei auch bei diesem Prozessschritt grösstmögliche Automatisierung und eine möglichst frühzeitige Notifikation an die Kontrollorgane angestrebt werden. Aufgrund der Rückmeldung der Kontrollorgane zur Triage (korrekt oder fehlerhaft und in diesem Fall insbesondere zur richtigen Zuordnung und zur effektiv ausgeübten Tätigkeit) soll das Triage-Instrument mit der Zeit dazulernen. Mit den involvierten Stellen auf Bundesebene, den Vertreterinnen und Vertretern der Kantone und der Sozialpartner wurden die Anforderungen und die Prozessschritte in Bezug auf den künftigen SOLL-Prozess definiert. Basierend darauf wurde eine externe Studie in Auftrag gegeben. Die Studie soll Varianten für eine geeignete Systemarchitektur zur Umsetzung der Anforderungen und der bundesinternen Zuständigkeiten ausarbeiten und bewerten, wie auch Grundlagen für die Klärung finanzieller und rechtlicher Auswirkungen erarbeiten. Sie wird im dritten Quartal 2026 vorliegen und eine erste belastbare Kostenschätzung ermöglichen. Die Weiterentwicklung des Online-Meldeverfahrens infolge Verkürzung der Voranmeldefrist ist eingebettet in ein gemeinsames Vorhaben von SEM, SECO und den FlaM-Vollzugsorganen zur Optimierung des Meldeverfahrens. Phase I dieses Vorhabens wurde im März 2025 umgesetzt und fokussierte sich auf Massnahmen zur Verbesserung der Datenqualität und der Datenübermittlung. Mit dieser ersten Phase wurde die Basis für grundlegendere Weiterentwicklungen respektive Digitalisierungsschritte (Phase II) geschaffen. Phase II dient der Weiterentwicklung des Meldeverfahrens und greift dafür konzeptionell grundsätzlichere Fragen auf.
Paritätische Baustellenausweise auf Baustellen der öffentlichen Hand Auf Baustellen der öffentlichen Hand soll die Verwendung der von den paritätischen Vollzugsorganen ausgestellten oder in Zusammenarbeit mit diesen erstellten Identifikationsausweise (Baustellenausweise/«Baucard») für die Arbeitnehmenden der Zuschlagsempfängerin und ihrer Subunternehmerinnen zur Pflicht werden. Diese Massnahme ist auf diejenigen Branchen beschränkt, deren GAV allgemeinverbindlich erklärt sind und die zudem ein – in der Regel von paritätischen Vollzugsorganen gegen ein kleines Entgelt zur Verfügung gestelltes – System zur verbesserten Durchführung von Kontrollen der massgeblichen Arbeitsbedingungen vorsehen. Heute ist dies beispielsweise der Fall im Bauhauptgewerbe, zu dem unter anderem Arbeiten für die tragenden Elemente eines Bauwerks, wie Hoch- und Tiefbau, Strassenbau und Aushub und Abbrucharbeiten zählen. Die Verwendung eines Baustellenausweises bei der Erbringung von Bauleistungen (bzw. im Bauhaupt- und Baunebengewerbe gemäss kantonaler Terminologie, s. Art. 8 Abs. 2 Bst. a Interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen [IVöB]) wird die Kontrollen auf Baustellen der öffentlichen Hand vereinfachen und verbessert für den Bauherren (bzw. die Auftraggeberin) sowie den Erstunternehmer (i. d. R. die Zuschlagsempfängerin) den Überblick, welche Firmen und Arbeitnehmenden effektiv auf der Baustelle arbeiten. Diese Massnahme wird beim Bund auf Stufe der Verordnung vom 12. Februar 2020 über das öffentliche Beschaffungswesen (VöB) eingeführt, indem Artikel 12 Absatz 5 Satz 3 BöB in der VöB konkretisiert wird. Mit Blick auf die Sensibilisierung kantonaler und kommunaler Auftraggeberinnen ist wie bei der Pflicht zur Einreichung einer GAV-Bescheinigung eine KBOBEmpfehlung geplant (s. Ziff. 2.3.7.2.2). Mit einer entsprechenden Umsetzung wird garantiert, dass diese Baustellenausweise auch für ausländische Anbieterinnen einfach erhältlich sein werden. Sie dürfen keinen Hinderungsgrund für eine Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen darstellen. Die Pflicht zur Verwendung eines solchen Kontrollsystems wird unter Berücksichtigung des konkreten Auftrags gelten. Sie eignet sich insbesondere bei grösseren Bauaufträgen, während bei kleineren Bauaufträgen wie etwa kleinere Reparaturarbeiten darauf verzichtet werden kann. Daher wird der Auftraggeberin ein gewisses Ermessen eingeräumt. Betroffen sind in- und ausländische Anbieterinnen und deren allfällige Subunternehmerinnen, die in der Schweiz im Rahmen eines öffentlichen Auftrags Bauleistungen erbringen. Es handelt sich somit um eine nichtdiskriminierende Massnahme, da sie ausländische Anbieterinnen und Subunternehmerinnen nicht an der Leistungserbringung hindert. Die Massnahme ist zudem verhältnismässig, weil sie auf Bauleistungen beschränkt ist und weil die Anbieterinnen und Subunternehmerinnen mit den Baustellenausweisen auf bestehende Instrumente zurückgreifen können, die rasch ausgestellt werden und mit geringen Kosten verbunden sind.
Optimisation et développement de la procédure d’annonce centralisée D’autres mesures d’amélioration sont prévues parallèlement aux adaptations de la procédure d’annonce dans le cadre de l’art. 6, al. 1, 4 et 6, LDét (cf. ch. 2.3.7.2.2). La Confédération se chargera dorénavant directement du triage centralisé et automatisé des annonces et de leur transmission aux organes de contrôle compétents (ComP, commissions tripartites cantonales et autorité désignée par le canton conformément à l’art. 7, al. 1, let. d, LDét). Ainsi, les annonces reçues seront triées automatiquement sur la base de paramétrages cantonaux enregistrés dans le système et transmises automatiquement à l’organe de contrôle compétent (avant même le traitement de l’annonce par le canton). Les cantons seront responsables de l’enregistrement du paramétrage dans le système, lequel devra refléter la situation qui prévaut à l’échelon cantonal en matière d’exécution et que les organes d’exécution cantonaux devront mettre à jour régulièrement.
En parallèle du triage, l’annonce sera traitée par l’autorité cantonale compétente. L’objectif, également à cette étape du processus, est de parvenir à une automatisation maximale et d’envoyer une notification le plus tôt possible aux organes de contrôle. Sur la base des retours des organes de contrôle concernant le triage, l’instrument de triage devra apprendre au fil du temps (et en cas d’erreur, les retours devront porter en particulier sur l’attribution correcte et l’activité effectivement exercée). Les exigences et les étapes du processus visé ont été définies avec les services impliqués à l’échelon fédéral ainsi que les représentants des cantons et des partenaires sociaux. Une étude externe a été commandée sur cette base. Elle a pour but de définir et d’évaluer des variantes d’architecture de système permettant de mettre en œuvre les exigences et les compétences internes à la Confédération et de préparer les bases de la clarification des conséquences financières et juridiques. Elle sera disponible au troisième trimestre 2026 et permettra une estimation fiable des coûts. Le développement de la procédure d’annonce en ligne en réponse au raccourcissement du délai d’annonce préalable s’inscrit dans un projet d’optimisation de la procédure d’annonce réunissant le SEM, le SECO et les organes d’exécution des mesures d’accompagnement. La première phase de ce projet a été mise en œuvre en mars 2025 et s’est concentrée sur des mesures d’amélioration de la qualité des données et d’optimisation de leur transmission. Elle a permis de poser les bases de développements et d’étapes de numérisation plus fondamentaux (phase II). Cette deuxième phase vise le développement de la procédure d’annonce et aborde des questions plus essentielles sur le plan de la conception du système.
Carte d’identification professionnelle pour les chantiers publics Sur les chantiers publics, il est prévu de rendre obligatoire pour les employés de l’adjudicataire et ses sous-traitants l’utilisation de la carte d’identification professionnelle (ou carte de chantier) délivrée par les organes d’exécution paritaires ou établie en collaboration avec ceux-ci. Cette mesure est limitée aux secteurs dont les CCT ont été étendues et qui prévoient en outre un système – généralement mis à disposition par les organes d’exécution paritaires contre une petite rémunération – destiné à améliorer la mise en œuvre des contrôles des conditions de travail déterminantes. C’est aujourd’hui le cas, par exemple, dans le secteur principal de la construction, qui comprend notamment les travaux relatifs aux éléments porteurs d’un ouvrage (p. ex. dans les domaines du bâtiment, du génie civil, de la construction de routes et des travaux d’excavation ou de démolition).
L’utilisation de la carte d’identification professionnelle pour l’exécution de travaux de construction (à savoir dans le secteur principal et le second œuvre au sens où l’entend la terminologie cantonale ; voir art. 8, al. 2, let. a, de l’accord intercantonal sur les marchés publics [AIMP]) simplifiera les contrôles sur les chantiers publics et permettra aux maîtres d’ouvrage (ou aux adjudicateurs) et aux entrepreneurs contractants (généralement les adjudicataires) de savoir plus facilement quelles entreprises et quels employés travaillent effectivement sur un chantier. Au niveau fédéral, cette mesure sera introduite dans l’ordonnance du 12 février 2020 sur les marchés publics (OMP)332, en concrétisant l’art. 12, al. 5, 3e phrase, LMP. Dans l’optique de sensibiliser les adjudicateurs cantonaux et communaux, la KBOB prévoit d’émettre une recommandation similaire à celle concernant l’obligation de présenter une attestation de conformité à la CCT (cf. ch. 2.3.7.2.2). Une mise en œuvre appropriée garantira que les cartes d’identification professionnelle seront facilement accessibles aux soumissionnaires étrangers également. Leur obtention ne doit en effet pas constituer un obstacle à la participation de ces derniers aux appels d’offres publics. 332 RS 172.056.11 L’obligation d’utiliser un système de contrôle de ce type s’appliquera au cas par cas, en fonction de chaque marché spécifique. Elle sera particulièrement adaptée aux contrats de construction de grande envergure, tandis qu’elle devrait pouvoir être évitée pour les petits contrats de construction tels que les travaux de réparation mineurs. Le pouvoir adjudicateur se verra donc accorder une certaine latitude. Cette mesure concerne les soumissionnaires suisses et étrangers ainsi que leurs éventuels sous-traitants qui fournissent des prestations de construction en Suisse dans le cadre d’un marché public. Elle n’est pas discriminatoire, car elle n’empêche pas les soumissionnaires et sous-traitants étrangers de fournir leurs prestations. La mesure est également proportionnée, parce qu’elle est limitée aux travaux de construction et qu’avec la carte d’identification professionnelle, les soumissionnaires et leurs sous-traitants peuvent recourir à un instrument existant qui est délivré rapidement et à faible coût.
Ottimizzazione e sviluppo della procedura di notifica centralizzata Parallelamente agli adeguamenti della procedura di notifica di cui all’articolo 6 capoversi 1, 4 e 6 LDist (v. n. 2.3.7.2.2), sono previste ulteriori ottimizzazioni. Le notifiche sono ora smistate in modo centralizzato e automatizzato e trasmesse direttamente dalla Confederazione agli organi di controllo competenti (ComP, CT cantonali e autorità designata dal Cantone secondo l’art. 7 cpv. 1 lett. d LDist); ciò significa che le notifiche ricevute vengono automaticamente smistate sulla base dei parametri cantonali impostati nel sistema e trasmesse all’organo di controllo competente (ancora prima che la notifica venga elaborata dal Cantone). I Cantoni sono responsabili dell’impostazione dei parametri. Quest’ultima deve riflettere il panorama esecutivo cantonale ed essere regolarmente aggiornata dagli organi d’esecuzione cantonali. Contemporaneamente allo smistamento, la notifica viene elaborata dall’autorità cantonale competente; l’obiettivo è di automatizzare il più possibile anche questa fase del processo e di informare gli organi di controllo il prima possibile. Lo strumento di smistamento dovrebbe apprendere nel tempo in base ai riscontri forniti dagli organi di controllo al riguardo (smistamento corretto o errato e, in questo caso, con informazioni sull’assegnazione corretta e sull’attività effettivamente svolta). Insieme ai servizi coinvolti a livello federale, ai rappresentanti dei Cantoni e delle parti sociali sono stati definiti i requisiti e le fasi del futuro processo. Su questa base è stato commissionato uno studio esterno. Quest’ultimo dovrà elaborare e valutare diverse varianti di un’architettura di sistema adeguata all’attuazione dei requisiti e delle competenze federali interne alla Confederazione, nonché elaborare le basi per chiarire le ripercussioni finanziarie e giuridiche. Sarà disponibile nel terzo trimestre del 2026 e fornirà una prima stima affidabile dei costi. Lo sviluppo della procedura di notifica online in seguito alla riduzione del termine di notifica preliminare si inserisce in un progetto congiunto della SEM, della SECO e degli organi d’esecuzione delle misure collaterali volto ad ottimizzare la procedura di notifica. La fase I di questo progetto è stata attuata nel marzo 2025 e si è concentrata sulle misure per migliorare la qualità dei dati e la loro trasmissione. Questa prima fase ha creato le basi per ulteriori sviluppi fondamentali e per la digitalizzazione (fase II). La fase II serve a sviluppare ulteriormente la procedura di notifica e affronta questioni concettuali più approfondite. Tessera d’identificazione professionale nei cantieri pubblici Nei cantieri degli enti pubblici si prevede di rendere obbligatorio per i dipendenti dell’aggiudicatario e dei suoi subappaltatori l’utilizzo di una tessera d’identificazione professionale (tesserino di cantiere), rilasciata dagli organi esecutivi paritetici o realizzata in collaborazione con questi ultimi. Questa misura è circoscritta ai settori i cui CCL sono stati dichiarati di obbligatorietà generale e che prevedono inoltre un sistema
– in genere messo a disposizione dagli organi esecutivi paritetici dietro pagamento di un’esigua somma – volto a migliorare l’esecuzione dei controlli delle condizioni di lavoro determinanti. Questo è quanto avviene oggi per esempio nel ramo principale dell’edilizia, che comprende in particolare i lavori relativi agli elementi portanti di un’opera (p. es. nell’ambito dell’edilizia e del genio civile, della costruzione di strade e dei lavori di scavo e demolizione).
L’utilizzo di un tesserino di cantiere nella fornitura di prestazioni edili (ovvero nel ramo principale e nel ramo accessorio dell’edilizia conformemente alla terminologia cantonale, cfr. art. 8 cpv. 2 lett. a del Concordato intercantonale sugli appalti pubblici [CIAP]) semplificherà i controlli nei cantieri pubblici e permetterà ai committenti e agli appaltatori primari (di norma gli aggiudicatari) di capire meglio quali aziende e quali dipendenti lavorano effettivamente in un cantiere. A livello federale questa mi332 sura sarà introdotta nell’ordinanza del 12 febbraio 2020 sugli appalti pubblici (OAPub), concretizzando l’articolo 12 capoverso 5 terzo periodo LAPub. Nell’ottica della sensibilizzazione dei committenti cantonali e comunali, la KBOB prevede di formulare una raccomandazione simile a quella concernente l’obbligo di presentare una certificazione CCL (v. n. 2.3.7.2.2). Attuando tali misure, si garantisce che anche gli offerenti esteri possano ottenere facilmente queste tessere d’identificazione. Queste ultime non devono costituire un motivo d’impedimento per la partecipazione a bandi pubblici.
L’obbligo di utilizzare un sistema di controllo di questo genere si applicherà considerando il caso concreto. Sarà particolarmente adatto alle commesse edili di grande portata, ma dovrà essere concessa la possibilità di non applicarlo per le commesse di scarsa entità come i piccoli lavori di riparazione. Al committente viene dunque assegnato un certo margine di discrezionalità. Questa misura riguarda gli offerenti svizzeri ed esteri come pure i loro eventuali subappaltatori che forniscono prestazioni edili in Svizzera nel quadro di un appalto pubblico. Essa non è pertanto discriminatoria in quanto non impedisce agli offerenti e ai subappaltatori esteri di fornire le loro prestazioni. È inoltre proporzionata allo scopo perseguito perché è limitata alle prestazioni 332 RS 172.056.11 edili e, con il tesserino di cantiere, gli offerenti e i subappaltatori possono ricorrere a uno strumento esistente che viene rilasciato rapidamente e a un costo contenuto.
Dies ist keine amtliche Veröffentlichung. Massgebend ist allein die Veröffentlichung durch die Bundeskanzlei (Art. 49 PublV). Text automatisch aus dem amtlichen PDF übernommen; im Zweifel gilt das PDF.