Botschaft des Bundesrates · BBl 2026 615
Ziff. 26.023 Botschaft
über das Paket «Stabilisierung und Weiterentwicklung der Beziehungen Schweiz–EU (Bilaterale III)» vom 13. März 2026 Sehr geehrter Herr Nationalratspräsident Sehr geehrter Herr Ständeratspräsident Sehr geehrte Damen und Herren Mit dieser Botschaft unterbreiten wir Ihnen, mit dem Antrag auf Zustimmung, den Entwurf der Bundesbeschlüsse zur Genehmigung des Pakets «Stabilisierung und Weiterentwicklung der Beziehungen Schweiz–EU (Bilaterale III)». Gleichzeitig beantragen wir Ihnen, die folgenden parlamentarischen Vorstösse abzuschreiben: 2010 M 10.3005 Massnahmen zur frühzeitigen Information des Parlamentes über relevante europäische Gesetzgebungsentwürfe (S 08.03.2010, Aussenpolitische Kommission SR;
N 13.09.2010; S 09.12.2010) 2013 P 11.3916 2014 P 14.3557 Informationspolitik zum autonomen Nachvollzug von EURecht (N 19.09.2013, Roger Nordmann) Übernahme von EU-Recht. Kein Swiss Finish und kein vorauseilender Gehorsam (N 26.09.2014, Peter Schilliger) 2014 P 14.3577 2015 M 14.3120 Übernahme von EU-Recht. Weder Swiss Finish noch vorauseilender Gehorsam (S 09.09.2014, Jean-René Fournier) Die Partnerschaft mit Europa sicherstellen (N 06.05.2015, Sozialdemokratische Fraktion; S 24.09.2015) 2020 P 18.3059 Zukünftige parlamentarische Mitwirkung in Angelegenheiten Schweiz/EU (N 12.03.2020, Eric Nussbaumer) 2021 M 19.3170 Gesetzliche Grundlage zur Wahrung des Mitsprache- und Entscheidungsrechts von Parlament, Volk und Kantonen bei der Umsetzung des Rahmenabkommens (S 03.12.2020, Filippo Lombardi [Beat Rieder];
N 10.06.2021) 2022 M 21.3691 2022 M 21.3903 Stopp dem Lebensmittelbetrug (N 13.12.2021, Martina Munz; S 12.12.2022) Lebensmittelbetrug stärker bekämpfen zum Schutz der heimischen Lebensmittelproduktion und der Konsumenten (N 01.10.2021, Mike Egger; S 12.12.2022) 2022 M 21.3936 2021 P Verstärkte Anstrengungen zur Bekämpfung von Lebensmittelbetrug (N 13.12.2021, Sophie Michaud Gigon; S 12.12.2022) 21.3498 Massnahmen für die künftige wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der EU (N 01.10.2021, Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.) 2023 P 22.3296 2024 P 24.3528 2017 M 17.3630 Europadossier. Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft und Ansätze des Bundesrates (N 20.09.2023, Sophie Michaud Gigon) Wert der Bilateralen Verträge für die Schweiz (N 12.12.2024, FDP-Liberale Fraktion) Vollassoziierung an Erasmus plus ab 2021 (S 21.09.2017, Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur SR; N 27.11.2019) 2020 P 20.3928 Roadmap für die internationale Zusammenarbeit und Mobilität nach Erasmus plus (N 16.09.2020, Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur NR) 2025 P 24.4345 Kosten-Nutzen-Analyse einer Assoziierung der Schweiz an Erasmus plus im Vergleich zum Schweizer Programm Movetia (N 21.03.2025, Katja Christ) 2019 M 18.4105 Kooperationsmodell anstelle der Öffnung des internationalen Schienenpersonenverkehrs (S 18.03.2019, Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen SR; N 04.06.2019) 2024 M 21.3500 Rechtssicherheit für die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und der EU im europäischen Stromsystem gewährleisten! (N 03.05.2023, Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP;
S 05.03.2024; N 11.06.2024) 2024 M 21.4500 Verhandlung zwischenstaatlicher technischer Vereinbarungen im Bereich Strom (N 18.09.2023, Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP;
S 05.03.2024; N 11.06.2024) Wir versichern Sie, sehr geehrter Herr Nationalratspräsident, sehr geehrter Herr Ständeratspräsident, sehr geehrte Damen und Herren, unserer vorzüglichen Hochachtung. … Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Der Bundespräsident: Guy Parmelin Der Bundeskanzler: Viktor Rossi Übersicht Das vorliegende Paket Schweiz–EU (Bilaterale III) stabilisiert den bewährten bilateralen Weg mit der wichtigsten Handelspartnerin der Schweiz. Angesicht der zunehmend instabilen Weltlage sind geregelte Beziehungen zur EU eine strategische Notwendigkeit. Die gezielte Weiterentwicklung dieser Beziehungen in ausgewählten Bereichen sichert und stärkt zentrale Interessen der Schweiz. Ausgangslage Für die Leistungsfähigkeit einer offenen Volkswirtschaft wie der Schweiz, die über keine bedeutenden Rohstoffe und einen nur begrenzten Binnenmarkt verfügt, spielt der Zugang zu ausländischen Märkten eine unabdingbare Rolle. Die Schweiz setzt sich dafür ein, dass dieser Zugang möglichst weitreichend und geografisch diversifiziert ist. Damit wird auch die Widerstandsfähigkeit in Krisen gestärkt. Gleichzeitig konzentriert sich die Schweiz auf ihre wichtigsten Wirtschaftspartner. Die EU ist mit einem Anteil von rund 60 Prozent am Warenhandel die mit Abstand wichtigste Handelspartnerin der Schweiz. Aus diesen Gründen stehen die Stabilisierung und Weiterentwicklung der Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU mittels des bewährten bilateralen Wegs im Zentrum der bundesrätlichen Aussen- und Wirtschaftspolitik. Vom Bundesrat in Auftrag gegebene externe Studien zeigen, dass sich das Paket Schweiz–EU insgesamt positiv auf die Schweizer Volkswirtschaft auswirken würde. Zu diesem Schluss kommt auch eine grosse Mehrheit der Vernehmlassungsteilnehmenden. Die Welt wird instabiler, unsicherer und unvorhersehbarer. Globale Entwicklungen fordern die einzelnen Staaten heraus: Grossmächtekonkurrenz, Erosion des internationalen Rechts (Macht vor Recht), geopolitische Fragmentierung, Zunahme von bewaffneten internationalen und innerstaatlichen Konflikten, Klimaveränderung, Entwicklungen in der Informationstechnologie und im Energiesektor, aber auch wachsende Staatsschulden, Aufspaltung der internationalen Wirtschaftsordnung, handelspolitische Spannungen sowie fragmentierte und polarisierte Gesellschaften. Es handelt sich dabei um tiefgreifende Veränderungen, die nicht vorübergehend sind. Sie haben direkte oder indirekte Auswirkungen auf Europa im Allgemeinen und die Schweiz im Besonderen: Europa muss seine Unabhängigkeit in diversen Bereichen stärken, unter anderem in der Sicherheitspolitik, der Energieversorgung, der Technologie (inkl. künstliche Intelligenz), in der Handelspolitik und dem Kapitalmarkt. Ein regelrechter Ring of Fire mit dem Krieg in der Ukraine, Unruhen im Balkan und im Kaukasus, Konflikten im Mittleren Osten, einer instabilen Lage in Nordafrika sowie Machtumstürzen in Subsahara-Afrika macht die Weltlage zudem zu einem fragilen Umfeld. Diesen globalen Instabilitäten kann die Schweiz nur entgegentreten, wenn die Beziehungen zu ihrer unmittelbaren Nachbarschaft, zu Partnern, die ihre Werte wie Freiheit und Demokratie teilen, stabil und berechenbar sind. Vor diesem Hintergrund sind geregelte und verlässliche Beziehungen mit der EU für die Wahrung der aussen-, sicherheits- und wirtschaftspolitischen Interessen der Schweiz von zentraler Bedeutung. Sie sind nicht nur eine strategische Notwendigkeit für die Sicherheit, den Wohlstand und die Unabhängigkeit der Schweiz. Sie stellen ebenfalls sicher, dass die Schweizer Bevölkerung – insbesondere die kommenden Generationen – auch in Zukunft vielfältige Perspektiven behält. Die Schweiz verfolgt seit mehr als 25 Jahren auf konsequente Weise den bilateralen Weg mit der EU. Der bilaterale Weg weist von allen Optionen (Nichtstun, Freihandel, Beitritt zum EWR, Beitritt zur EU) das ausgewogenste Verhältnis zwischen konkretem, namentlich wirtschaftlichem Nutzen und politischem Gestaltungsspielraum auf. Die Erfahrung aus diesen 25 Jahren zeigt, dass sich der bilaterale Weg bewährt hat. Er wurde deshalb direkt und indirekt neun Mal durch das Volk an der Urne bestätigt. Die Schweiz kann aufgrund der mit der EU abgeschlossenen Binnenmarkt- und Kooperationsabkommen gezielt an denjenigen Bereichen der EU teilhaben, die ihren Kernanliegen dienen, ohne dass die Kompetenzen der Kantone, der Bundesversammlung, des Bundesrates, der Gerichte oder des Volkes eingeschränkt werden. Mit den im Zusammenhang mit der dynamischen Rechtsübernahme ausgehandelten Mitspracherechten wird sich die Schweiz in Zukunft ausserdem bei der Weiterentwicklung des für die entsprechenden Abkommen relevanten EU-Rechts einbringen können. Inhalt der Vorlage Das vorliegende Paket Schweiz–EU (Bilaterale III) ist Ausdruck der Kontinuität der massgeschneiderten Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU. Es stabilisiert den bewährten bilateralen Weg dauerhaft und stellt das Funktionieren der bestehenden bilateralen Verträge für die Zukunft sicher. Zudem werden dadurch die Beziehungen in denjenigen Bereichen weiterentwickelt, die im Interesse der Schweiz liegen. Konkret umfasst das Paket Schweiz–EU den Stabilisierungsteil mit (i) der sektoriellen Verankerung von institutionellen Elementen in den bestehenden Binnenmarktabkommen Personenfreizügigkeit, technische Handelshemmnisse (MRA), Land- und Luftverkehr unter Berücksichtigung von Ausnahmen, Absicherungen und Prinzipien, (ii) der Aufnahme von Bestimmungen über staatliche Beihilfen in die bestehenden Landund Luftverkehrsabkommen, (iii) weiteren Anpassungen der bestehenden Abkommen (Personenfreizügigkeit, MRA, Land- und Luftverkehr sowie Landwirtschaft), (iv) Kooperationsabkommen in den Bereichen Forschung/Bildung und Weltraum sowie (v) der Verstetigung des Schweizer Beitrags. Der Weiterentwicklungsteil widerspiegelt die Schweizer Interessen an einem gezielten Ausbau der bilateralen Beziehungen mit der EU. Er umfasst: (i) neue Binnenmarktabkommen in den Bereichen Strom (inkl. institutionelle Elemente und staatliche Beihilfen) und Lebensmittelsicherheit (inkl. institutionelle Elemente) sowie (ii) ein neues Kooperationsabkommen im Bereich Gesundheit (mit analoger Anwendung der institutionellen Elemente). Die Schweiz und die EU streben zudem nach einem regelmässigen politischen Austausch in unterschiedlichen Bereichen. Folglich wurden (i) ein hochrangiger Dialog und (ii) eine institutionalisierte parlamentarische Zusammenarbeit beschlossen. In einer Gemeinsamen Erklärung zum Umfang der Partnerschaft und der Zusammenarbeit wurden Übergangsregeln für den Zeitraum von Ende 2024 bis zum Inkrafttreten des Pakets Schweiz–EU festgelegt.
Die vorliegenden Abkommen sichern die verfassungsmässigen Kompetenzen der Kantone, der Bundesversammlung, des Bundesrates, der Gerichte und des Volkes. Die durch die Bundesverfassung garantierten Initiativ- und Referendumsrechte (Art. 136 Abs. 2 BV) sind weiterhin in vollem Umfang gewährleistet. Weder die einzelnen Abkommen noch die darin enthaltenen institutionellen Elemente verhindern, dass eine Volksinitiative lanciert werden kann, die sich gegen die Übernahme einer relevanten Weiterentwicklung des EU-Rechts in die betroffenen Abkommen richtet. Ebenso wird gegen eine solche Rechtsübernahme beziehungsweise ein in diesem Zusammenhang erforderliches neues Gesetz oder eine erforderliche Gesetzesanpassung wie bisher das Referendum ergriffen werden können.
Es ist der Schweiz somit gelungen, ihr Kernziel mit Blick auf ihre Beziehungen zur EU zu erreichen: eine bestmögliche Beteiligung an klar definierten Bereichen des EUBinnenmarkts sowie Kooperation in ausgewählten Interessenbereichen, unter Wahrung des grösstmöglichen politischen Handlungsspielraums. Dazu kommen inländische Massnahmen in den Bereichen institutionelle Elemente (insb. beim Decision Shaping im Rahmen der dynamischen Rechtsübernahme), Lohnschutz, Zuwanderung, Studiengebühren, Strom und Landverkehr. Es handelt sich dabei um Massnahmen, die für die Umsetzung der völkerrechtlichen Verträge nicht zwingend sind, vom Bundesrat jedoch zugunsten der innenpolitischen Tragfähigkeit des Pakets Schweiz–EU ausgearbeitet wurden. Sie stützen sich auf einen breiten, inklusiven und transparenten Prozess mit einer Vielzahl von innenpolitischen Akteuren, namentlich den Kantonen, den Kommissionen der eidgenössischen Räte, den Städten und Gemeinden, den Verbänden und Unternehmen sowie den Sozialpartnern und den politischen Parteien.
Der Bundesrat erachtet das Verhandlungsmandat als vollständig erfüllt und in Teilen übertroffen. Er beantragt dem Parlament die Genehmigung der Abkommen und Protokolle und der dazu gehörenden Umsetzungsgesetzgebung sowie der Begleitmassnahmen mit Gesetzesanpassungen. Inhaltsverzeichnis Übersicht 4 1 Allgemeiner Teil 34 1.1 Einführung und Ausgangslage: Schweizer Europapolitik 34 1.2 Geprüfte Alternativen und Paketansatz 38 1.3 Verlauf der Verhandlungen und Verhandlungsergebnis 42 1.3.1 Exploratorische Phase und Verhandlungsmandat 42 1.3.2 Verhandlungsphase 43 1.3.3 Miteinbezug von Parlament, Kantonen und weiteren Interessensgruppierungen 46 1.3.4 Verhandlungsergebnis 49 1.4 Verhältnis zur Legislaturplanung sowie zu Strategien des Bundesrates 52 1.4.1 Verhältnis zur Legislaturplanung 52 1.4.2 Verhältnis zu Strategien des Bundesrates 52 1.5 Erledigung parlamentarischer Vorstösse 54 1.6 Würdigung der Abkommen 56 1.6.1 Politische Würdigung 56 1.6.2 Wirtschaftliche Würdigung 64 1.7 Vernehmlassungsverfahren 65 1.7.1 Vernehmlassungsvorlage 65 1.7.2 Zusammenfassung der Ergebnisse des Vernehmlassungsverfahrens 66 1.7.3 Würdigung der Ergebnisse des Vernehmlassungsverfahrens 69 2 Die einzelnen Abkommen
I. Stabilisierungsteil 2.1 Institutionelle Elemente 2.1.1 Zusammenfassung 2.1.2 Ausgangslage 2.1.2.1 Institutionelle Elemente in den bestehenden Binnenmarktabkommen 2.1.2.2 Verhandlungen über ein institutionelles Rahmenabkommen 2.1.3 Zielsetzung und Verhandlungsverlauf 2.1.3.1 Interessenlage 2.1.3.2 Paketansatz und exploratorische Gespräche 2.1.3.3 Verhandlungsmandat 2.1.3.4 Verhandlungsprozess 2.1.4 Vorverfahren, insbesondere Vernehmlassungsverfahren 2.1.4.1 Vernehmlassungsvorlage 2.1.4.2 Übersicht über die Ergebnisse des Vernehmlassungsverfahrens 74 74 74 74 77 77 80 81 81 82 82 84 85 85 85
sur le paquet « stabilisation et développement des relations Suisse-UE (Bilatérales III) » du 13 mars 2026 Messieurs les Présidents, Mesdames, Messieurs, Par le présent message, nous vous soumettons le projet d’arrêtés fédéraux portant approbation du paquet « stabilisation et développement des relations Suisse-UE (Bilatérales III) », en vous proposant de l’adopter. Nous vous proposons simultanément de classer les interventions parlementaires suivantes : 2010 M 10.3005 Mesures permettant d’informer rapidement le Parlement des projets d’actes législatifs européens importants (E 08.03.2010, Commission de politique extérieure CE ;
N 13.09.2010 ; E 09.12.2010) 2013 P 11.3916 2014 P 14.3557 Reprise autonome du droit de l’UE. Améliorer l’information (N 19.09.2013, Roger Nordmann) Reprise du droit communautaire. Ni excès de zèle, ni à-platventrisme (N 26.09.2014, Peter Schilliger) 2014 P 14.3577 2015 M 14.3120 2020 P Transposition du droit européen. Ni « Swiss finish » ni précipitation (E 09.09.2014, Jean-René Fournier) Garantir notre collaboration avec l’Europe (N 06.05.2015, Groupe socialiste ; E 24.09.2015) 18.3059 Renforcer la participation du Parlement à la conduite de la politique européenne de la Suisse (N 12.03.2020, Eric Nussbaumer) 2021 M 19.3170 Création d’une base légale garantissant que le Parlement, le peuple et les cantons seront consultés et pourront se prononcer lors de la mise en œuvre de l’accord institutionnel (E 03.12.2020, Filippo Lombardi [Beat Rieder] ;
N 10.06.2021) 2022 M 21.3691 Mettre un terme aux fraudes alimentaires (N 13.12.2021, Martina Munz ; E 12.12.2022) 2022 M 21.3903 Renforcer la lutte contre la fraude alimentaire pour protéger la production alimentaire nationale et les consommateurs suisses (N 01.10.2021, Mike Egger ; E 12.12.2022) 2022 M 21.3936 Améliorer la lutte contre la fraude alimentaire (N 13.12.2021, Sophie Michaud Gigon ; E 12.12.2022) 2021 P 21.3498 2023 P 22.3296 Définir des mesures pour la future collaboration économique avec l’UE (N 01.10.2021, Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.) Dossier européen. Conséquences sur l’économie suisse et pistes du Conseil fédéral (N 20.09.2023, Sophie Michaud Gigon) 2024 P 24.3528 Importance des accords bilatéraux pour la Suisse (N 12.12.2024, Groupe libéral-radical) 2017 M 17.3630 Association à part entière de la Suisse au programme Erasmus plus à partir de 2021 (E 21.09.2017, Commission de la science, de l’éducation et de la culture CE ; N 27.11.2019) 2020 P 20.3928 Feuille de route pour la coopération et la mobilité internationales qui succèderont à Erasmus plus (N 16.09.2020, Commission de la science, de l’éducation et de la culture CN) 2025 P 24.4345 2019 M 18.4105 Analyse coût-bénéfice d’une association de la Suisse à Erasmus plus par rapport au programme Movetia (N 21.03.2025, Katja Christ) Modèle des coopérations au lieu de la libéralisation du trafic ferroviaire international de voyageurs (E 18.03.2019, Commission des transports et des télécommunications CE ; N 04.06.2019) 2024 M 21.3500 Asseoir sur un « socle de sécurité juridique » la coopération qui unit la Suisse et l’UE dans le cadre du système électrique européen (N 03.05.2023, Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV ;
E 05.03.2024 ; N 11.06.2024) 2024 M 21.4500 Électricité. Négociation de conventions techniques internationales (N 18.09.2023, Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV. ;
E 05.03.2024 ; N 11.06.2024) Nous vous prions d’agréer, Messieurs les Présidents, Mesdames, Messieurs, l’assurance de notre haute considération.
… Au nom du Conseil fédéral suisse :
Le président de la Confédération, Guy Parmelin Le chancelier de la Confédération, Viktor Rossi Condensé Le présent paquet Suisse-UE (Bilatérales III) permet de stabiliser la voie bilatérale, qui a démontré son efficacité, avec le principal partenaire commercial de la Suisse. Compte tenu de l’instabilité croissante de la situation mondiale, entretenir des relations réglementées avec l’UE constitue une nécessité stratégique. Le développement ciblé de ces relations dans certains domaines garantit et renforce les intérêts fondamentaux de la Suisse.
Contexte Pour une économie ouverte comme celle de la Suisse, qui ne dispose pas de matières premières importantes et qui compte un marché intérieur de taille relativement modeste, il est essentiel d’avoir accès aux marchés étrangers. La Suisse fait en sorte que cet accès soit aussi large et diversifié que possible sur le plan géographique. Une telle approche lui permet de mieux résister aux crises. Parallèlement, la Suisse veille à se recentrer sur ses principaux partenaires économiques. La part de l’Union européenne (UE) dans le commerce de biens de la Suisse est d’environ 60 %, ce qui en fait, de loin, le principal partenaire commercial de celle-ci. C’est pourquoi le Conseil fédéral a fait de la stabilisation et du développement des relations entre la Suisse et l’UE par la voie bilatérale, approche qui a fait ses preuves, une priorité de sa politique extérieure et économique. Les études externes mandatées par le Conseil fédéral montrent que le paquet Suisse-UE aurait globalement des retombées positives sur l’économie suisse. Une large majorité des participants à la consultation parviennent à la même conclusion.
Le monde devient plus instable, plus incertain et plus imprévisible. Concurrence entre grandes puissances, érosion du droit international (la force prime le droit), fragmentation géopolitique, multiplication des conflits armés internes et internationaux, changement climatique, développements dans les technologies de l’information et le secteur de l’énergie, hausse de la dette publique, décomposition de l’ordre économique international, tensions commerciales, fragmentation et polarisation des sociétés : ce sont-là autant de développements à l’échelle internationale qui posent des défis aux États. Il s’agit de bouleversements profonds qui ne sont pas temporaires et qui ont des conséquences directes et indirectes pour l’Europe en général et la Suisse en particulier. L’Europe doit accroître son indépendance dans plusieurs domaines, notamment la politique de sécurité, l’approvisionnement énergétique, la technologie (y c. l’intelligence artificielle), la politique commerciale et le marché des capitaux. Une véritable ceinture de feu – guerre en Ukraine, troubles dans les Balkans et le Caucase, conflits au Moyen-Orient, situation instable en Afrique du Nord et coups d’État en Afrique subsaharienne – rend par ailleurs la situation internationale particulièrement fragile. La Suisse ne peut faire face à ces instabilités qui affectent la planète que si les relations avec ses voisins immédiats, des partenaires qui partagent ses valeurs telles que la liberté et la démocratie, sont stables et prévisibles. Des relations réglementées et fiables avec l’UE revêtent dès lors une importance capitale pour la sauvegarde des intérêts de la Suisse en matière de politique extérieure, de politique de sécurité et de politique économique. Elles ne constituent pas seulement une nécessité stratégique pour sa sécurité, sa prospérité et son indépendance, elles garantissent également à sa population, et en particulier aux générations futures, le maintien de perspectives diverses.
Depuis plus de 25 ans, la Suisse poursuit de manière cohérente la voie bilatérale avec l’UE. Parmi toutes les options (inaction, libre-échange, adhésion à l’Espace économique européen [EEE], adhésion à l’UE), cette approche offre le meilleur équilibre entre utilité concrète, c’est-à-dire économique, et marge de manœuvre politique. La voie bilatérale a fait ses preuves, comme en témoigne l’expérience acquise au cours des 25 dernières années. Elle a donc été confirmée directement et indirectement à neuf reprises par le peuple dans les urnes. En vertu des accords relatifs au marché intérieur et à la coopération conclus avec l’UE, la Suisse peut participer de manière ciblée aux domaines de l’UE qui servent ses intérêts fondamentaux sans que les compétences des cantons, de l’Assemblée fédérale, du Conseil fédéral, des tribunaux et du peuple s’en trouvent restreintes. Grâce aux droits de participation négociés en rapport avec la reprise dynamique du droit, la Suisse pourra également contribuer au développement du droit de l’UE pertinent pour les accords correspondants. Contenu du projet Le présent paquet Suisse-UE (Bilatérales III) s’inscrit dans le prolongement des relations entre la Suisse et l’UE. Il stabilise durablement la voie bilatérale, laquelle a démontré son efficacité, et garantit, demain, le bon fonctionnement des accords bilatéraux en place. De plus, il contribue à développer les relations dans les domaines qui servent les intérêts de la Suisse. Concrètement, le paquet Suisse-UE comprend la partie sur la stabilisation des relations Suisse-UE avec (i) l’inclusion sectorielle d’éléments institutionnels dans les accords relatifs au marché intérieur existants, tels que la libre circulation des personnes, les obstacles techniques au commerce (ARM), les transports terrestres et le transport aérien, en tenant compte des exceptions, garanties et principes, (ii) l’intégration de dispositions relatives aux aides d’État dans les accords existants sur les transports terrestres et le transport aérien, (iii) d’autres adaptations des accords existants (libre circulation des personnes, ARM, transports terrestres et transport aérien, agriculture), (iv) des accords de coopération dans les domaines de la recherche, de la formation et de l’espace, et (v) la pérennisation de la contribution de la Suisse. La partie consacrée au développement des relations Suisse-UE reflète la volonté de la Suisse d’intensifier les relations bilatérales de façon ciblée. Elle comprend : (i) de nouveaux accords relatifs au marché intérieur dans les domaines de l’électricité (y c. les éléments institutionnels et les aides d’État) et de la sécurité des aliments (y c. les éléments institutionnels), et (ii) un nouvel accord de coopération dans le domaine de la santé (avec application par analogie des éléments institutionnels). La Suisse et l’UE aspirent en outre à des échanges politiques réguliers dans différents domaines, d’où la décision d’engager (i) un dialogue de haut niveau et (ii) une coopération parlementaire institutionnalisée. Une déclaration conjointe sur la portée du partenariat et de la coopération définit les dispositions transitoires pour la période entre fin 2024 et l’entrée en vigueur du paquet Suisse-UE. Les présents accords garantissent les compétences constitutionnelles des cantons, de l’Assemblée fédérale, du Conseil fédéral, des tribunaux et du peuple. Les droits d’initiative et de référendum garantis dans la Constitution fédérale (art. 136, al. 2, Cst.) seront par ailleurs pleinement préservés. Ni les différents accords ni les éléments institutionnels qu’ils contiennent n’empêcheront le lancement d’une initiative populaire contre la reprise d’un développement pertinent du droit de l’UE dans les accords concernés, pour autant que l’initiative respecte les critères de validité constitutionnels. De même, il sera toujours possible de lancer un référendum contre une telle reprise du droit, respectivement contre une nouvelle loi ou une adaptation de la loi rendue nécessaire dans ce contexte.
La Suisse est donc parvenue à remplir son principal objectif s’agissant de ses relations avec l’UE : obtenir une participation optimale dans des domaines clairement définis du marché intérieur de l’UE ainsi qu’une coopération dans des domaines d’intérêt, tout en préservant la plus grande marge de manœuvre politique possible. À cela s’ajoutent des mesures à l’échelle nationale en lien avec les éléments institutionnels (notamment le decision shaping dans le cadre de la reprise dynamique du droit), la protection des salaires, l’immigration, les taxes d’études, l’électricité et les transports terrestres. Celles-ci ne sont pas contraignantes pour la mise en œuvre des traités internationaux, toutefois elles ont été élaborées par le Conseil fédéral pour assurer la viabilité du paquet Suisse-UE sur le plan de la politique intérieure. Ces mesures sont sous-tendues par un processus large, inclusif et transparent impliquant un grand nombre d’acteurs de la politique intérieure, notamment les cantons, les commissions des Chambres fédérales, les villes et les communes, les associations et les entreprises ainsi que les partenaires sociaux et les partis politiques. Le Conseil fédéral considère que le mandat de négociation a été pleinement rempli, voire dépassé dans certains domaines. Il propose au Parlement d’approuver les accords et les protocoles, la législation de mise en œuvre correspondante, ainsi que les mesures d’accompagnement avec les modifications législatives qui s’y rapportent. Table des matières Condensé 4 1 Partie générale 1.1 Introduction et contexte : politique européenne de la Suisse 1.2 Autres solutions étudiées et approche par paquet 1.3 Déroulement et résultat des négociations 1.3.1 Phase exploratoire et mandat de négociation 1.3.2 Phase de négociation 1.3.3 Participation du Parlement, des cantons et d’autres groupes d’intérêts 1.3.4 Résultat des négociations 1.4 Relation avec le programme de la législature et avec les stratégies du Conseil fédéral 1.4.1 Relation avec le programme de la législature 1.4.2 Relation avec les stratégies du Conseil fédéral 1.5 Classement d’interventions parlementaires 1.6 Appréciation des accords 1.6.1 Appréciation politique 1.6.2 Appréciation économique 1.7 Procédure de consultation 1.7.1 Projet envoyé en consultation 1.7.2 Aperçu des résultats de la procédure de consultation 1.7.3 Appréciation des résultats de la procédure de consultation 34 34 38 42 42 43 Les différents accords 73 2 46 49 51 51 52 53 55 55 63 64 64 65 68
I. Partie sur la stabilisation 73 2.1 Éléments institutionnels 73 2.1.1 Synthèse 73 2.1.2 Contexte 76 2.1.2.1 Éléments institutionnels actuels dans les accords relatifs au marché intérieur existants 76 2.1.2.2 Négociations sur un accord-cadre institutionnel 78 2.1.3 Objectifs et déroulement des négociations 80 2.1.3.1 Intérêts en présence 80 2.1.3.2 Approche par paquet et discussions exploratoires 81 2.1.3.3 Mandat de négociation 81 2.1.3.4 Processus de négociation 83 2.1.4 Procédure préliminaire, consultation comprise 84 2.1.4.1 Projet envoyé en consultation 84 2.1.4.2 Aperçu des résultats de la procédure de consultation 84 2.1.4.3 Appréciation des résultats de la procédure de consultation 84 2.1.5 Présentation des éléments institutionnels 86
concernente il pacchetto «stabilizzazione e sviluppo delle relazioni Svizzera-UE (Bilaterali III)» del 13 marzo 2026 Onorevoli presidenti e consiglieri, con il presente messaggio vi sottoponiamo, per approvazione, i disegni di decreti federali che approvano il pacchetto «stabilizzazione e sviluppo delle relazioni SvizzeraUE (Bilaterali III)». Nel contempo vi proponiamo di togliere dal ruolo i seguenti interventi parlamentari: 2010 M 10.3005 Misure che permettono di informare rapidamente il Parlamento sui progetti di atti legislativi europei importanti (S 8.3.2010, Commissione della politica estera CS;
N 13.9.2010; S 9.12.2010) 2013 P 11.3916 Politica dell’informazione sull’attuazione autonoma del diritto europeo (N 19.9.2013, Roger Nordmann) 2014 P 14.3557 2014 P 14.3577 Recepimento del diritto dell’UE. Evitare eccesso di zelo e servilismo (N 26.9.2014, Peter Schilliger) Recepimento del diritto dell’UE. Evitare eccesso di zelo e servilismo (S 9.9.2014, Jean-René Fournier) 2015 M 14.3120 Garantire la cooperazione con l’Europa (N 6.5.2015, Gruppo socialista; S 24.9.2015) 2020 P 18.3059 2021 M 19.3170 Futura partecipazione del Parlamento alla conduzione degli affari concernenti la Svizzera e l’UE (N 12.3.2020, Eric Nussbaumer) Base giuridica per tutelare il diritto di partecipazione e di decisione del Parlamento, del Popolo e dei Cantoni per quanto concerne l’attuazione dell’accordo quadro (S 3.12.2020, Filippo Lombardi [Beat Rieder]; N 10.6.2021) 2022 M 21.3691 2022 M 21.3903 Stop alle frodi alimentari (N 13.12.2021, Martina Munz; S 12.12.2022) Inasprire la lotta alle frodi alimentari per proteggere la produzione alimentare interna e i consumatori (N 1.10.2021, Mike Egger; S 12.12.2022) 2022 M 21.3936 Migliorare la lotta alle frodi alimentari (N 13.12.2021, Sophie Michaud Gigon; S 12.12.2022) 2021 P 21.3498 Misure per la futura cooperazione economica con l’UE (N 1.10.2021, Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro.
PEV) 2023 P 22.3296 Dossier europeo. Effetti sull’economia svizzera e soluzioni del Consiglio federale (N 20.9.2023, Sophie Michaud Gigon) 2024 P 24.3528 Importanza degli Accordi bilaterali per la Svizzera (N 12.12.2024, Gruppo liberale radicale) 2017 M 17.3630 Associazione completa a Erasmus plus dal 2021 (S 21.9.2017, Commissione della scienza, dell’educazione e della cultura CS; N 27.11.2019) 2020 P 20.3928 Piano operativo per la cooperazione internazionale e la mobilità dopo Erasmus più (N 16.9.2020, Commissione della scienza, dell’educazione e della cultura CN) 2025 P 24.4345 Analisi costi-benefici dell’associazione della Svizzera a Erasmus+ rispetto al programma nazionale Movetia (N 21.3.2025, Katja Christ) 2019 M 18.4105 Modello cooperativo invece dell’apertura del trasporto internazionale di viaggiatori (S 18.3.2019, Commissione dei trasporti e delle telecomunicazioni CS; N 4.6.2019) 2024 M 21.3500 Garantire la certezza del diritto per la collaborazione tra la Svizzera e l’UE nel sistema elettrico europeo! (N 3.5.2023, Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro.
PEV; S 5.3.2024; N 11.6.2024) 2024 M 21.4500 Negoziare accordi intergovernativi di natura tecnica nel settore elettrico (N 18.9.2023, Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro.
PEV; S 5.3.2024; N 11.6.2024) Gradite, onorevoli presidenti e consiglieri, l’espressione della nostra alta considerazione. … In nome del Consiglio federale svizzero:
Il presidente della Confederazione, Guy Parmelin Il cancelliere della Confederazione, Viktor Rossi Compendio Il presente pacchetto Svizzera-UE (Bilaterali III) stabilizza la collaudata via bilaterale con il principale partner commerciale della Svizzera. Alla luce di una situazione mondiale sempre più instabile, è strategicamente necessario regolamentare le relazioni con l’Unione europea (UE). Lo sviluppo mirato di queste relazioni in determinati settori garantisce e rafforza gli interessi fondamentali della Svizzera. Situazione iniziale Per il buon andamento di un’economia aperta come quella svizzera, con materie prime limitate e un mercato interno di ridotte dimensioni, l’accesso ai mercati esteri svolge una funzione essenziale. La Svizzera si adopera affinché questo accesso sia quanto più ampio e diversificato possibile a livello geografico, così da rafforzare anche la capacità di resistenza in situazioni di crisi. Nello stesso tempo si concentra sui suoi principali partner economici. Con una quota di circa il 60 per cento del commercio di beni, l’UE è il partner commerciale di gran lunga più importante per la Svizzera. Per queste ragioni, la stabilizzazione e lo sviluppo delle relazioni tra la Svizzera e l’UE tramite la collaudata via bilaterale sono al centro della politica estera ed economica del Consiglio federale. Gli studi esterni commissionati dall’Esecutivo mostrano che il pacchetto Svizzera-UE avrebbe nel complesso ripercussioni positive sull’economia svizzera. Anche un’ampia maggioranza dei partecipanti alla procedura di consultazione è giunta alla medesima conclusione. Il mondo è sempre più instabile, insicuro e imprevedibile. I cambiamenti che si registrano a livello globale, come la concorrenza tra le grandi potenze, l’erosione del diritto internazionale (con la forza che prevale sul diritto), la frammentazione geopolitica, l’aumento dei conflitti armati sul piano internazionale e interstatale, i cambiamenti climatici, le novità nel campo delle tecnologie dell’informazione e nel settore energetico, ma anche la crescita dei debiti pubblici, la disgregazione dell’ordine economico internazionale, le tensioni a livello di politica commerciale oltre a società sempre più divise e polarizzate, mettono a dura prova i singoli Stati. Si tratta di cambiamenti profondi, a carattere duraturo e con ripercussioni dirette o indirette sull’Europa in generale e sulla Svizzera in particolare; l’Europa dovrà rafforzare la propria indipendenza in vari settori, tra cui la politica di sicurezza, l’approvvigionamento energetico, le tecnologie (incl. l’intelligenza artificiale), la politica commerciale e il mercato dei capitali. Inoltre, una vera e propria «cintura di fuoco» creata dalla guerra in Ucraina, dai disordini nei Balcani e nel Caucaso, dai conflitti in Medio Oriente, dall’instabilità nell’Africa del Nord e dal sovvertimento di sistemi di potere nell’Africa subsahariana rende fragile la situazione mondiale. La Svizzera può far fronte a queste criticità globali solo se i rapporti con gli Stati confinanti e con i partner che condividono i suoi valori, come la libertà e la democrazia, sono stabili e prevedibili. Relazioni regolamentate e affidabili con l’UE sono pertanto di fondamentale importanza per la tutela degli interessi della Confederazione sul piano della politica estera, economica e di sicurezza, oltre a rappresentare una necessità strategica per la sicurezza, la prosperità e l’indipendenza del Paese. Infine, garantiscono anche che la popolazione in Svizzera – e in particolare le future generazioni – possa continuare a godere di molteplici prospettive.
Da oltre 25 anni la Svizzera, nei suoi rapporti con l’UE, persegue coerentemente la via bilaterale. Rispetto alle altre possibili opzioni (non fare nulla, libero scambio, adesione allo SEE, adesione all’UE), questo approccio presenta il rapporto più equilibrato tra vantaggi concreti, in particolare sul piano economico, e margine di manovra politico. L’esperienza accumulata in questi 25 anni mostra che la via bilaterale si è dimostrata valida, motivo per cui è stata approvata direttamente e indirettamente nove volte in votazione popolare. Grazie agli accordi relativi al mercato interno e ad altri accordi di cooperazione stipulati con l’UE, la Svizzera può partecipare in maniera mirata ai settori dell’UE che le interessano senza che le competenze dei Cantoni, dell’Assemblea federale, del Consiglio federale, degli organi giurisdizionali e del Popolo ne risultino limitate. Inoltre, grazie ai diritti di partecipazione negoziati in relazione al recepimento dinamico, in futuro la Svizzera sarà in grado di contribuire allo sviluppo del diritto dell’UE pertinente agli accordi in questione. Contenuto del progetto Il presente pacchetto Svizzera-UE (Bilaterali III) si inscrive nel solco delle comprovate relazioni tra la Svizzera e l’UE. Stabilizza a lungo termine la via bilaterale, che si è dimostrata valida, e garantisce che gli accordi bilaterali esistenti funzioneranno anche in futuro. Permette inoltre di sviluppare le relazioni nei settori che maggiormente interessano alla Svizzera. Concretamente il pacchetto Svizzera-UE include una parte relativa alla stabilizzazione, che prevede (i) l’inserimento a livello settoriale degli elementi istituzionali negli accordi relativi al mercato interno esistenti riguardanti la libera circolazione delle persone, gli ostacoli tecnici al commercio (MRA), i trasporti terrestri e il trasporto aereo, nel rispetto di eccezioni, garanzie e principi, (ii) l’inclusione di disposizioni sugli aiuti di Stato negli accordi esistenti sui trasporti terrestri e sul trasporto aereo, (iii) altre modifiche agli accordi esistenti (libera circolazione delle persone, MRA, trasporti terrestri, trasporto aereo e agricoltura), (iv) accordi di cooperazione nei settori della ricerca, della formazione e dello spazio e (v) la regolarizzazione del contributo svizzero. La parte relativa allo sviluppo rispecchia invece l’interesse della Svizzera ad ampliare in maniera mirata le relazioni bilaterali con l’UE e comprende (i) nuovi accordi relativi al mercato interno nei settori dell’energia elettrica (inclusi elementi istituzionali e aiuti di Stato) e della sicurezza alimentare (inclusi elementi istituzionali) e (ii) un nuovo accordo di cooperazione nel settore della sanità (in cui gli elementi istituzionali si applicano per analogia). La Svizzera e l’UE intendono inoltre portare avanti un regolare scambio politico in vari ambiti e hanno deciso di conseguenza di avviare (i) un dialogo ad alto livello e (ii) una cooperazione parlamentare istituzionalizzata. In una dichiarazione comune, la Svizzera e l’UE hanno anche definito il livello di partenariato e cooperazione per il periodo che va dalla fine del 2024 all’entrata in vigore del pacchetto Svizzera-UE. I presenti accordi rispettano le competenze dei Cantoni, dell’Assemblea federale, del Consiglio federale, degli organi giurisdizionali e del Popolo sancite dalla Costituzione federale. Anche i diritti di iniziativa e di referendum (art. 136 cpv. 2 Cost.) restano pienamente garantiti. Né i singoli accordi né gli elementi istituzionali in essi contenuti impediscono il lancio di un’iniziativa popolare contro il recepimento, negli accordi in questione, di uno sviluppo pertinente del diritto dell’UE. Resterà inoltre possibile indire un referendum contro l’adozione di una nuova legge o di una modifica di legge richiesta in tale contesto.
La Svizzera è quindi riuscita a raggiungere il suo obiettivo principale nelle relazioni con l’UE, ossia la migliore partecipazione possibile a settori chiaramente definiti del mercato interno dell’UE e la cooperazione in specifici ambiti di interesse, mantenendo il più ampio margine di manovra politico possibile. Sono inoltre previste misure in materia di elementi istituzionali (in particolare nell’ambito dei diritti di partecipazione, o «decision shaping», in relazione al recepimento dinamico), protezione dei salari, immigrazione, tasse universitarie, energia elettrica e trasporti terrestri. Tali misure non sono obbligatorie per l’attuazione dei trattati internazionali in questione, ma sono state elaborate dal Consiglio federale per garantire la sostenibilità del pacchetto Svizzera-UE a livello di politica interna. Queste misure sono state messe a punto nel quadro di un processo ampio, inclusivo e trasparente a cui hanno partecipato svariati attori della politica interna, come i Cantoni, le Commissioni delle Camere federali, Città e Comuni, associazioni e imprese, parti sociali e partiti politici.
Il Consiglio federale ritiene che il mandato negoziale sia stato pienamente adempiuto e che i suoi obiettivi siano stati in parte superati. Chiede al Parlamento l’approvazione degli accordi e dei protocolli nonché della relativa legislazione di attuazione e delle misure di accompagnamento con modifiche legislative.
Indice Compendio 4 1 Parte generale 1.1 Introduzione e situazione iniziale: la politica europea della Svizzera 1.2 Alternative esaminate e approccio «a pacchetto» 1.3 Svolgimento e risultato dei negoziati 1.3.1 Fase esplorativa e mandato negoziale 1.3.2 Fase negoziale 1.3.3 Coinvolgimento del Parlamento, dei Cantoni e di altri gruppi d’interesse 1.3.4 Risultato dei negoziati 1.4 Rapporto con il programma di legislatura e le strategie del Consiglio federale 1.4.1 Rapporto con il programma di legislatura 1.4.2 Rapporto con le strategie del Consiglio federale 1.5 Stralcio di interventi parlamentari 1.6 Valutazione degli accordi 1.6.1 Valutazione politica 1.6.2 Valutazione economica 1.7 Procedura di consultazione 1.7.1 Testo sottoposto a consultazione 1.7.2 Sintesi dei risultati della procedura di consultazione 1.7.3 Valutazione dei risultati della procedura di consultazione 34 34 38 41 41 43 I singoli accordi 73 2 45 48 51 51 51 53 54 54 63 64 64 64 68
I. Parte relativa alla stabilizzazione 73 2.1 Elementi istituzionali 73 2.1.1 Sintesi 73 2.1.2 Situazione iniziale 76 2.1.2.1 Elementi istituzionali attuali negli accordi relativi al mercato interno esistenti 76 2.1.2.2 Negoziati su un accordo quadro istituzionale 78 2.1.3 Obiettivi e svolgimento dei negoziati 80 2.1.3.1 Interessi in gioco 80 2.1.3.2 Approccio «a pacchetto» e colloqui esplorativi 81 2.1.3.3 Mandato negoziale 81 2.1.3.4 Processo negoziale 83 2.1.4 Procedura preliminare, in particolare procedura di consultazione 84 2.1.4.1 Testo sottoposto a consultazione 84 2.1.4.2 Riassunto dei risultati della procedura di consultazione 84 2.1.4.3 Valutazione dei risultati della procedura di consultazione 84 2.1.5 Punti essenziali degli elementi istituzionali 86
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