Botschaft des Bundesrates · BBl 2026 615
Ziff. 2.3.9.3 Auswirkungen auf die Volkswirtschaft
Für Unternehmen in der Schweiz bringt die Aufdatierung des FZA und die Umsetzung im nationalen Recht gegenüber der heutigen Regelung keine bedeutenden Veränderungen. Die Schweizer Wirtschaft kann weiterhin bei Bedarf Arbeitskräfte aus der EU rekrutieren, was für den Wirtschaftsstandort und die Planungssicherheit der Unternehmen von grosser Bedeutung ist. Damit wird gewährleistet, dass die Zuwanderung auch in Zukunft arbeitsmarktorientiert bleibt. Unternehmen in der Schweiz werden zwar neu gesetzlich verpflichtet, die Grenzgängerbescheinigung für ihre Arbeitnehmenden aus der EU zu beantragen (s. Ziff. 2.3.8.1.1, Erläuterungen zu Art. 15a E-AIG), dies entspricht jedoch bereits heute der bestehenden Praxis. 2024 wurden rund 77 500 Grenzgängerbewilligungen erteilt.409 Die gegenseitige Anerkennung von Qualifikationen bleibt gewährleistet und in den reglementierten Berufen werden die Qualifikationen der Arbeitskräfte aus der EU gemäss den bestehenden Bestimmungen überprüft. Damit bleibt die Schweizer Wirtschaft wettbewerbsfähig und innovativ. Auch bleiben beispielsweise Rentenanwartschaften, die auf Beitragszahlungen in einem anderen Land beruhen, gemäss den geltenden Bestimmungen gesichert. Neu wird die Schweiz rechtliche Weiterentwicklungen der EU-Koordinationsregeln dynamisch übernehmen. Was den Beitrag des FZA zum Wachstum der Schweizer Wirtschaft betrifft, wird auf die Ecoplan-Studie410 «Volkswirtschaftliche Auswirkungen eines Wegfalls der Bilateralen I» verwiesen. Der Wegfall der Bilateralen I hätte gemäss dieser Studie bis im Jahr 2045 einen Rückgang des BIP von -4,9 % zur Folge und würde eine Schwächung der Schweizer Wirtschaft und vermehrt Standortverlagerungen verursachen. Das FZA ist aus einer volkswirtschaftlichen Perspektive das wichtigste bilaterale Abkommen mit der EU. In einer isolierten Betrachtung entspricht der Wegfall des FZA rund drei Vierteln der Summe der Effekte der einzelnen Abkommen der Bilateralen I.411 Insgesamt rechnet die Studie mit Einkommenseinbussen beim Arbeits- und Kapitaleinkommen im Jahr 2045 von - 22,64 Mrd. Franken, wenn das FZA wegfallen würde. Auch aus Sicht der Schweizer Wirtschaftsverbände ist das FZA im Kontext der demografischen Entwicklung in der Schweiz und der sich verstärkenden Nachfrage nach Arbeitskräften von eminenter Bedeutung für die Wirtschaft. Schutzklausel Die konkretisierte Schutzklausel bietet der Schweiz die Möglichkeit, geeignete Schutzmassnahmen zu ergreifen, wenn die Anwendung des FZA zu schwerwiegenden wirtschaftlichen oder sozialen Schwierigkeiten führt. Die Schweiz kann das Verfahren zur Aktivierung der Schutzklausel eigenständig einleiten. Sofern es im GA des FZA keine Einigung über das Vorliegen schwerwiegender Probleme gibt, kann die Schweiz das Schiedsgericht neu ohne Zustimmung der EU anrufen. In bestimmten Situationen, namentlich wenn die Nettozuwanderung gestützt auf das FZA beziehungsweise die Zunahme der Beschäftigung von Grenzgängerinnen und Grenzgängern, der Arbeitslosigkeit oder des Sozialhilfebezugs einen bestimmten Schwellenwert erreicht oder überschreitet, muss der Bundesrat die Anrufung der Schutzklausel immer prüfen. Da die Anrufung der Schutzklausel für die Schweiz je nach Konstellation Vor- und Nachteile hat und je nachdem auch mit Ausgleichsmassnahmen der EU zu rechnen ist, muss die Schweiz fallweise abwägen, ob eine Abweichung von Best409 SEM (2025): Jahresstatistik Zuwanderung 2024. Bern; abrufbar unter: www.sem.admin.ch > Publikation & Service > Statistiken > Ausländerstatistik > Statistik Zuwanderung > 2024.
410 Ecoplan (2025): Volkswirtschaftliche Auswirkungen eines Wegfalls der Bilateralen I. Bern; abrufbar unter: www.seco.admin.ch > Wirtschaftslage & Wirtschaftspolitik > Grundlagen für die Wirtschaftspolitik.
411 Ecoplan (2025): Volkswirtschaftliche Auswirkungen eines Wegfalls der Bilateralen I., S. 69.
immungen des FZA notwendig und geeignet ist, um vorliegende Probleme zu entschärfen. Im Schutzklauselverfahren sind die Vorgaben für allfällige Ausgleichsmassnahmen beider Vertragsparteien definiert. Damit werden für die Schweiz die volkswirtschaftlichen Konsequenzen von allfälligen Massnahmen der EU kalkulierbarer. Auswirkungen im Bereich des EntsG auf die Schweizer Unternehmen Gestützt auf das ÄP-FZA haben die Verkürzung der Voranmeldefrist und die Anpassung des Kautionssystems keine Auswirkungen auf die Schweizer Unternehmen. So betreffen die Änderungen nicht direkt die hiesigen Unternehmen, sondern die europäischen Dienstleistungserbringer. Sollten diese Änderungen zu einer signifikanten Zunahme von Betrieben mit Meldepflicht auf dem Schweizer Markt führen, könnten Schweizer Betriebe in den betreffenden Branchen mit einem zunehmenden Wettbewerb konfrontiert sein. Hinsichtlich der neuen Bestimmungen zur Verwaltungszusammenarbeit mit den ausländischen Behörden im Rahmen des Vollzugs der Begleitmassnahmen, sind die Schweizer Unternehmen ebenfalls nicht direkt von diesen Massnahmen betroffen, solange sie auf nationalem Gebiet tätig sind oder bei der Entsendung von Arbeitnehmenden die in den EU-Ländern geltenden Arbeits- und Lohnbedingungen einhalten. Hingegen wird die Verwaltungszusammenarbeit bei einer Dienstleistungserbringung in der EU durch Schweizer Unternehmen direkte Auswirkungen auf fehlbare Unternehmen haben. Aufgrund der geringen Zahl von Schweizer Unternehmen, die Personal in die EU entsenden, sowie des hohen Lohnniveaus in der Schweiz werden die neuen Bestimmungen zur Verwaltungszusammenarbeit jedoch nur geringfügige Folgen für die Schweizer Unternehmen nach sich ziehen. Die Massnahmen zur Optimierung und Weiterentwicklung des Meldeverfahrens haben keine Auswirkungen auf die Schweizer Unternehmen. Für die Unternehmen hat die Einführung einer erweiterten Haftung des Erstunternehmers bei Forderungen der PK vor allem zur Folge, dass die präventive Natur der bestehenden Solidarhaftung verstärkt wird. Denn diese Lösung umfasst keine neuen Massnahmen, mit denen sich die Unternehmen von ihrer Haftung befreien könnten. Falls die Erstunternehmer allerdings ihre Vergabeverfahren anpassen sollten, indem sie etwa lieber Subunternehmer auswählen, die eine Kaution hinterlegt haben, könnte diese neue Bestimmung einen gewissen Mehraufwand verursachen. Dieser wäre allerdings geringfügig und dürfte mit der Zeit verschwinden. Auswirkungen im Bereich des EntsG auf die anderen Wirtschaftsakteure Die PK der betroffenen Wirtschaftszweige müssen die erforderlichen Anpassungen am Kautionsverfahren vornehmen, um sich an die neuen Bestimmungen zu halten. Falls das aktuelle Kontrollvolumen sowie die geltenden Bedingungen auch nach der Verkürzung der Voranmeldefrist beibehalten werden sollen, ist es möglich, dass den PK der ave GAV auf Bundesebene zusätzliche Ressourcen gewährt werden müssen. Die zusätzlichen Kosten würden gemäss dem aktuellen Entschädigungsmodus durch den Bund getragen.
Die PK können künftig die ausländischen Behörden um Auskünfte ersuchen, wenn ein Arbeitgeber, der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entsendet oder ein selbst ständiger Dienstleistungserbringer seine Auskunftspflicht nicht erfüllt. Dazu wird den PK dank dem aufdatierten FZA ein Zugriff auf IMI gewährt. Der Initialaufwand für die Einrichtung von IMI bei den regionalen oder zentralen PK dürfte kompensiert werden durch die verbesserten Vollzugsmöglichkeiten gegenüber Dienstleistungserbringern, die wegen Verweigerung von Auskünften eine Kontrolle verunmöglichen. Die Massnahmen zur Optimierung des Meldeverfahrens werden vor allem durch eine schnellere und effizientere Übermittlung der Meldungen zur Verbesserung der Vollzugstätigkeit der PK beitragen. Auswirkungen im Bereich des EntsG auf die Gesamtwirtschaft Die Ergebnisse der Verhandlungen im Rahmen des ÄP-FZA betreffend die Anpassung des Kautionssystems und die Verkürzung der Voranmeldefrist haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft insgesamt. So ist die grenzüberschreitende Dienstleistungserbringung weiterhin ein relativ beschränktes Phänomen. Das durch diese Dienstleistungserbringer geleistete Arbeitsvolumen – gemessen an der Anzahl Leistungstage – hat in den letzten zwanzig Jahren nie mehr als knapp 1 Prozent der Beschäftigung in Vollzeitäquivalenten ausgemacht. Die grenzüberschreitende Dienstleistungserbringung konzentriert sich zudem auf bestimmte Wirtschaftszweige und wirkt sich daher nicht auf alle Schweizer Branchen aus. Gestützt auf das ÄP-FZA ist keine starke Zunahme der Dienstleistungserbringung und damit des Wettbewerbs zu erwarten. Der Entscheid, Dienstleistungen in der Schweiz zu erbringen, ist von zahlreichen Faktoren abhängig – wie etwa der Konjunktur in der Schweiz oder im Herkunftsland – und nicht nur von der Meldefrist oder der Kautionspflicht. So werden sich die Anpassungen zur Kautionspflicht für Unternehmen, die in Branchen tätig sind, welche dieses Instrument vorsehen, mit Sicherheit nur geringfügig auf die Gesamtwirtschaft auswirken. Einzig ein Teil der im Baunebengewerbe tätigen Branchen kennen heute eine Kautionspflicht. Ausserdem deuten die mit der Meldefrist von 8 Kalendertagen gemachten Erfahrungen darauf hin, dass die Verkürzung der Voranmeldefrist auf 4 Arbeitstage nicht zu einer starken Zunahme von Unternehmen führen wird, die Dienstleistungen in der Schweiz erbringen. Schon heute meldet eine wesentliche Zahl der Dienstleistungserbringer ihre Einsätze deutlich mehr als
8 Kalendertage vor Beginn, was nahelegt, dass die aktuelle Frist für die Unternehmen kein Hindernis für die Dienstleistungserbringung in der Schweiz darstellt. Zudem bieten die aktuellen Bestimmungen den Entsendeunternehmen bereits jetzt die Möglichkeit, ihre Tätigkeit im Notfall auch ohne Voranmeldung auszuüben. Die neuen Bestimmungen zur Verwaltungszusammenarbeit mit den ausländischen Behörden im Rahmen des Vollzugs des EntsG haben keine Auswirkungen auf die Schweizer Unternehmen und die Gesamtwirtschaft.
Die für Entsendeunternehmen neu eingeführte Pflicht, in der Schweiz eine Vertretung des Arbeitgebers zu bezeichnen, die als Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner der Vollzugsbehörden dient, verursacht zusätzlichen Aufwand für die Entsendeunternehmen. Zudem wird die Pflicht, dass die entsandten Arbeitnehmenden vor Ort über Dokumente verfügen müssen, die die Einhaltung der geltenden Arbeitsbedingungen nachweisen, die Kontrolle der Einhaltung der Schweizer Arbeits- und Lohnbedingungen vereinfachen und indirekt zu einem fairen Wettbewerb beitragen. Die zusätzlichen Verbesserungen des Meldeverfahrens werden die Abschwächung der präventiven Wirkungen durch die Anpassungen bei der Kautionspflicht und die Verkürzung der Voranmeldefrist teilweise kompensieren. Die Optimierung des Meldeverfahrens hat jedoch keine Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft. Auswirkungen im Bereich des AVEG auf die Gesamtwirtschaft Die GAV als Vereinbarungen zwischen den Sozialpartnern tragen zur Stabilisierung der potenziell konfliktbehafteten Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmenden bei. Die GAV haben damit eine regulierende Funktion und entlasten indirekt den Staat. Der breite Handlungsspielraum der Sozialpartner in Bezug auf die zwingenden Bestimmungen eines GAV erlaubt zudem eine weniger starke Arbeitsmarktregulierung durch den Staat. Da die Allgemeinverbindicherklärung von GAV durch den Staat den Abschluss von GAV begünstigt, besteht ihr Zweck vor allem darin, den sozialen Frieden sowie gewisse Mindeststandards bei den Arbeits- und Lohnbedingungen zu fördern. Die Allgemeinverbindlicherklärung eines GAV verfolgt zwei Ziele: einerseits die bestehenden Verträge gegen Niedriglohnkonkurrenz zu schützen, andererseits auch eine wirtschaftliche Benachteiligung der Aussenseiter zu vermeiden. Denn während die wirtschaftlichen Auswirkungen bei der Allgemeinverbindlicherklärung eines GAV für die Mitgliedsbetriebe der Unterzeichnerverbände des Vertrags auf den ersten Blick erträglich sein sollten, kann die Situation für die Aussenseiterbetriebe schwieriger sein. Die Allgemeinverbindlicherklärung eines GAV und der entsprechenden Mindestlöhne bedeutet für diese Aussenseiterbetriebe gewissermassen, dass der Grundsatz der freien Lohnverhandlung aufgegeben wird. Da es nicht das Ziel der Allgemeinverbindlicherklärung ist, unliebsame Konkurrenten zu eliminieren oder Hindernisse für den Marktzugang zu errichten, hat der Gesetzgeber die Voraussetzungen, unter denen ein GAV allgemeinverbindlich erklärt werden kann, im Gesetz (AVEG) klar festgelegt.
Die neue Massnahme zur Stabilisierung der Anzahl ave GAV wird die Sozialpartnerschaft stärken. Sie hat keinerlei Auswirkungen auf Unternehmen und Wirtschaftszweige, die keinem ave GAV unterstehen. Aussenseiterbetriebe werden zwar von der Massnahme betroffen sein, müssen aber bei einem ave GAV auch heute schon dessen zwingenden Bestimmungen einhalten. Die neue Massnahme führt nicht zu mehr Unternehmen, die einem ave GAV unterstellt sind, wird aber helfen zu vermeiden, dass gewisse Wirtschaftszweige über gar keine zwingenden Bestimmungen für die Arbeits- und Lohnbedingungen verfügen, obwohl sie bisher solchen unterstanden. Abgesehen davon bleiben die sonstigen Voraussetzungen für die Allgemeinverbindlicherklärung eines GAV unverändert. Eine Allgemeinverbindlicherklärung darf dem Gesamtinteresse nicht zuwiderlaufen und die berechtigten Interessen anderer Wirtschaftsgruppen und Bevölkerungskreise nicht beeinträchtigen. Mit dieser Massnahme zur Stabilisierung der aktuellen Situation sind insgesamt nur geringe Auswirkungen zu erwarten.
Auswirkungen im Bereich des öffentlichen Beschaffungswesens Die Massnahmen zur Aufwertung der GAV-Bescheinigungen für Anbieterinnen im Bauhaupt- und Baunebengewerbe sowie für ihre allfälligen Subunternehmerinnen und die Pflicht zum Mitführen von Baustellenausweisen auf öffentlichen Baustellen dürften nur geringe Auswirkungen auf die Unternehmen haben. Den Anbieterinnen in den genannten Branchen steht das Instrument der GAVBescheinigung bereits heute zur Verfügung, um beim Einsatz einer Subunternehmerin im Rahmen der Solidarhaftung nachzuweisen, dass die geltenden Arbeits- und Lohnbedingungen eingehalten werden. Ebenso besteht für Anbieterinnen in den genannten Branchen schon jetzt die Möglichkeit, Baustellenausweise zu bestellen. Sie werden somit auf bereits bestehende Instrumente zurückgreifen können, während Anbieterinnen, die in Branchen tätig sind, in denen dieses Instrument nicht verfügbar ist, sich weiterhin auf die Selbstdeklaration stützen können. Durch die Verwendung der GAVBescheinigung kann jedoch sichergestellt werden, dass beim Vergabeverfahren nur Firmen ohne offene Verstösse berücksichtigt werden.
Die Sozialpartner haben ein ausweisbasiertes Kontrollsystem eingerichtet. Sie sorgen selbst dafür, dass die Ausweise aktuell sind, und stellen dabei sicher, dass die Bedingungen stets eingehalten werden. Das obligatorische Mitführen von Baustellenausweisen in den Branchen des Bauhaupt- und Baunebengewerbes vereinfacht die Kontrollen für die PK vor Ort und verringert damit den administrativen Aufwand für die kontrollierten Unternehmen. Die Baustellenausweise müssen zudem auch für ausländische Unternehmen einfach erhältlich sein und dürfen keinen Hinderungsgrund für eine Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen sein.
Auswirkungen einer Stärkung der Sozialpartnerschaft im Betrieb Die Auswirkungen auf die Volkswirtschaft lassen sich nicht im Detail beziffern, dürften sich aber in einem sehr geringen Mass bewegen. Ein verbesserter Schutz der Sozialpartnerschaft im Betrieb und somit für gewählte Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter, Mitglieder eines paritätischen Organs einer Personalvorsorgeeinrichtung und Mitglieder nationaler Branchenvorstände, die im Rahmen eines ave GAV tätig sind, wird nur Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten betreffen (entspricht rund 2% der Unternehmen in 2022). Zu den von der neuen Regelung erfassten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt es keine gesicherten Angaben oder offizielle Statistiken. Aus verschiedenen Gesprächen mit Sozialpartnern und Umfragen in von der betrieblichen Mitwirkung besonders betroffenen Sektoren ergibt sich eine grobe Schätzung von rund 5000 bis 7000 betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern (entspricht rund 0.15% der in der Schweiz in der Privatwirtschaft beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer). Es hat sich ebenfalls aus Gesprächen mit Sozialpartnern ergeben, dass rund zwei Drittel der Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter, die Mitglied eines paritätisch zusammengesetzten Organs einer Personalvorsorgeeinrichtung sind, gleichzeitig Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter nach Mitwirkungsgesetz sein dürften. Insgesamt funktioniert die betriebliche Mitwirkung nach Einschätzung der Sozialpartner gut. Die Anzahl Entlassungen der von der neuen Regelung erfassten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bewegt sich gemäss Angaben der Gewerkschaften jährlich im einstelligen Bereich. Offizielle Statistiken sind jedoch auch hierzu nicht verfügbar. Die Massnahme dürfte den flexiblen Arbeitsmarkt in der Schweiz kaum einschränken.
La mise à jour de l’ALCP et sa transposition dans le droit national n’entraînent pas de changements significatifs pour les entreprises que compte la Suisse. L’économie suisse pourra continuer à recruter les travailleurs de l’UE dont elle a besoin. Ce point revêt une grande importance pour la place économique suisse et pour la sécurité de planification des entreprises. Ainsi, l’immigration restera à coup sûr axée sur le marché du travail. Il est vrai que la loi obligera désormais les entreprises à demander un certificat de frontalier pour leurs employés de l’UE (cf. ch. 2.3.8.1.1, explications relatives à l’art. 15a P-LEI), mais cette démarche correspond déjà à la pratique existante. Près de 77 500 autorisations frontalières ont été délivrées en 2024. La reconnaissance mutuelle des qualifications restera garantie et, dans les professions réglementées, les qualifications des travailleurs de l’UE seront examinées selon les dispositions actuelles. Ainsi, l’économie suisse restera compétitive et novatrice. De même, les expectatives de rente fondées sur des cotisations versées dans un autre pays seront assurées selon les dispositions en vigueur. La Suisse reprendra désormais de manière dynamique les développements juridiques des règles de coordination de l’UE. Concernant la contribution de l’ALCP à la croissance de l’économie suisse, il convient de se référer à l’étude d’Ecoplan410 Volkswirtschaftliche Auswirkungen eines Wegfalls der Bilateralen I (disponible uniquement en allemand). D’après cette étude, l’extinction des accords bilatéraux I entraînerait un recul du PIB de 4,9 % d’ici à 2045, ce qui affaiblirait l’économie suisse et occasionnerait davantage de délocalisations. D’un point de vue économique, l’ALCP constitue l’accord bilatéral le plus important qui ait été conclu avec l’UE. À elle seule, l’extinction de l’ALCP correspond à environ trois quarts de la somme des effets des différents accords bilatéraux I411. Dans l’ensemble, l’étude table sur une diminution des revenus du travail et du capital de 22,64 milliards de francs en 2045 en cas d’abandon de l’ALCP. Les associations économiques suisses considèrent quant à elles que l’ALCP revêt une importance capitale pour l’économie vu l’évolution démographique en Suisse et le contexte de l’accroissement de la demande de main-d’œuvre. Clause de sauvegarde La clause de sauvegarde concrétisée offre à la Suisse la possibilité de prendre des mesures de protection appropriées si l’application de l’ALCP entraîne des difficultés sérieuses d’ordre économique ou social. La Suisse pourra engager de manière autonome la procédure d’activation de la clause de sauvegarde. Si les membres du comité mixte ne parviennent pas à s’accorder sur l’existence de difficultés sérieuses, elle pourra recourir au tribunal arbitral sans le feu vert de l’UE. Dans certaines situations, notamment si l’immigration nette induite par l’ALCP, la croissance de l’emploi frontalier, la hausse du chômage ou l’augmentation du recours à l’aide sociale atteint ou dépasse un certain seuil, le Conseil fédéral devra systématiquement examiner la possibilité de recourir à la clause de sauvegarde. Étant donné que le recours à la clause de sauvegarde présente des avantages et des inconvénients pour la Suisse selon la situation et qu’il faut s’attendre à des mesures de rééquilibrage de la part de l’UE, la Suisse devra examiner au cas par cas si une dérogation aux dispositions de l’ALCP est nécessaire et appropriée pour atténuer les difficultés existantes. La procédure liée à la clause de sauvegarde définit les prescriptions applicables aux éventuelles mesures 409 SEM (2025) : Statistiques annuelles sur l’immigration 2024. Berne ; disponible sous : www.sem.admin.ch > Publications & services > Statistiques > Statistique des étrangers > Statistiques sur l’immigration > 2024.
410 Ecoplan (2025) : Les conséquences économiques d’une extinction des Accords bilatéraux
I. Berne ; disponible sous : www.seco.admin.ch/fr > Situation économique & Politique économique > Bases de la politique économique (n’existe qu’en allemand).
411 Ecoplan (2025) : Les conséquences économiques d’une extinction des Accords bilatéraux I., p. 69.
de rééquilibrage prises par les parties, ce qui permet à la Suisse d’estimer plus aisément les conséquences économiques des mesures que l’UE est susceptible de prendre. Conséquences dans le domaine de la LDét pour les entreprises suisses En référence au PA-ALCP le raccourcissement du délai d’annonce préalable et l’adaptation du régime de cautionnement n’entraîneront pas de conséquences pour les entreprises suisses. En effet, les modifications ne concernent pas directement les entreprises locales mais concernent les prestataires de services européens. Si ces modifications devaient entraîner une augmentation significative d’entreprises soumises à l’obligation d’annonces sur le marché national, les entreprises suisses pourraient être soumises à une concurrence accrue dans les secteurs concernés. Concernant les nouvelles dispositions relatives à la coopération administrative avec les autorités étrangères dans le cadre de l’exécution des mesures d’accompagnement, les entreprises suisses ne seront pas non plus directement touchées par ces mesures lorsqu’elles sont actives sur le territoire national ou qu’elles respectent les conditions de travail et de salaires en vigueur dans les pays de l’UE lors de détachement de travailleurs. La coopération administrative aura par contre un impact direct sur des entreprises suisses fautives lors d’une prestation de services dans l’UE. En raison du faible nombre d’entreprises suisses qui détachent du personnel dans l’UE et du niveau salarial élevé en Suisse, les nouvelles dispositions relatives à la coopération administrative n’auront des effets que marginaux pour les entreprises suisses. En ce qui concerne l’optimisation et le développement de la procédure d’annonce, ces mesures n’auront aucun impact sur les entreprises suisses.
Pour les entreprises, l’introduction d’une responsabilité conjointe de l’entrepreneur contractant face aux créances des ComP aura principalement comme effet de renforcer le caractère préventif de la responsabilité solidaire existante. En effet, cela n’entraînera pas de nouvelles mesures à prendre pour l’entreprise afin de se délier de sa responsabilité. Toutefois, si les entreprises contractantes venaient à modifier leur processus d’attribution des mandats en préférant, par exemple, sélectionner des soustraitants ayant déposé une caution, cette nouvelle disposition pourrait engendrer une charge de travail supplémentaire. Celle-ci serait cependant marginale et devrait s’estomper au fil du temps. Conséquences dans le domaine de la LDét pour les autres acteurs économiques Les ComP des branches concernées devront procéder aux adaptations nécessaires sur le processus de cautionnement afin de se conformer au nouveau régime.
Si le volume de contrôle actuel ainsi que les conditions en vigueur sont maintenus pour donner suite au raccourcissement du délai relatif à l’annonce préalable, il est possible que des ressources supplémentaires doivent être octroyés aux ComP des CCT étendues au niveau fédéral. Les coûts supplémentaires seraient pris en charge par la Confédération en référence au mode d’indemnisation actuel.
Les ComP pourront à l’avenir demander des renseignements aux autorités étrangères lorsqu’un employeur qui détache des travailleurs ou un prestataire de services indépendant ne s’acquitte pas de son obligation de renseigner. À cette fin, les ComP recevront un accès à l’IMI grâce à l’actualisation de l’ALCP. Les coûts initiaux de la mise en place de l’IMI au sein des ComP régionales ou centrales seront compensés par l’amélioration des possibilités d’exécution eu égard aux prestataires de services qui rendent tout contrôle impossible en refusant de transmettre des renseignements. Les mesures d’optimisation de la procédure d’annonce vont contribuer, notamment par une transmission plus rapide et plus efficace des annonces, à améliorer l’activité d’exécution des ComP.
Conséquences dans le domaine de la LDét pour l’économie dans son ensemble Les résultats des négociations dans le cadre du PA-ALCP portant sur l’adaptation du régime de cautionnement et le raccourcissement du délai d’annonce préalable n’entraîneront pas de conséquence importante au niveau de l’économie suisse dans son ensemble. En effet, la prestation de services transfrontalière reste un phénomène relativement limité. En termes de volume de travail effectué par les prestataires de services – mesuré par le nombre de jours prestés – la part de l’emploi en équivalent plein temps n’a guère excédé les 1 % ces vingt dernières années. La prestation de services transfrontalière est de plus très spécifique à certains secteurs d’activité et n’impacte dès lors pas toutes les branches économiques présentes en Suisse. Sur la base du PAALCP, on ne doit pas s’attendre à une forte augmentation de la prestation de services et donc à davantage de concurrence, la décision de prester en Suisse dépendant de nombreux facteurs – comme de la conjoncture en Suisse ou dans le pays d’origine – et pas seulement du délai d’annonce ou de l’obligation de déposer une caution. En effet, les adaptations portant sur l’obligation de déposer une caution pour les établissements actifs dans les branches qui prévoient cet instrument n’auront très certainement que peu d’impact sur l’économie globale. Seule une partie des branches du second œuvre de la construction connaissent aujourd’hui l’obligation de déposer une caution. De la même manière, les expériences réalisées avec le délai d’annonce de huit jours civils, laisse à penser que le raccourcissement du délai relatif à l’annonce préalable à quatre jours de travail n’entrainera pas une forte augmentation du nombre d’entreprises prestant en Suisse. Aujourd’hui déjà un nombre important de prestataires de services annonce leurs missions bien avant les huit jours, ce qui porte à croire que le délai actuel ne dissuade guère les entreprises de prester en Suisse. De plus, les dispositions actuelles offrent déjà la possibilité aux entreprises de détachement d’intervenir en urgence sans délai préalable. Les nouvelles dispositions relatives à la coopération administrative avec les autorités étrangères dans le cadre de l’exécution des mesures d’accompagnement n’auront aucun impact sur les entreprises suisses et ainsi sur l’économie suisse dans son ensemble. L’introduction de l’obligation pour une entreprise de détachement de nommer un représentant de l’employeur en Suisse, qui servira d’intermédiaire avec les autorités d’exécution, entraînera des démarches supplémentaires pour les établissements de détachement. De plus, l’obligation pour le travailleur détaché de disposer sur place de documents prouvant le respect des conditions de travail applicables facilitera le contrôle du respect des conditions suisses de travail et de salaire, et contribuera indirectement à une concurrence équitable. Les améliorations supplémentaires apportées à la procédure d’annonce vont permettre, en partie, de compenser la réduction des effets préventifs liés aux adaptations portant sur la caution et le raccourcissement du délai relatif à l’annonce préalable. L’optimisation de la procédure d’annonce n’entraînera toutefois pas de conséquence pour l’économie dans son ensemble.
Conséquences dans le domaine de la LECCT pour l’économie dans son ensemble Les CCT en tant qu’accords entre partenaires sociaux contribuent à stabiliser les relations potentiellement conflictuelles entre employeurs et employés. Les CCT assument ainsi une fonction régulatrice et déchargent indirectement l’État. La grande marge de manœuvre des partenaires sociaux quant aux dispositions impératives d’une CCT permet de plus une législation étatique du marché du travail plus restreinte. En favorisant la conclusion de CCT, l’extension de CCT par l’État a pour but essentiel de promouvoir la paix sociale et un certain standard minimum en termes de conditions de travail et de salaire. L’extension du champ d’application d’une CCT obéit à deux objectifs : protéger les accords existants contre une concurrence à bas salaires d’une part, tout en évitant, d’autre part, de désavantager économiquement les dissidents. En effet, si les répercussions économiques de l’extension d’une CCT seront supportables de prime abord pour les entreprises membres des associations signataires de l’accord, la situation peut être différente pour les entreprises dissidentes. L’extension d’une CCT et des salaires minimaux y relatif signifie en quelque sorte, pour les entreprises dissidentes, un abandon du principe de libre fixation des salaires. Étant donné que ce n’est pas l’objectif de l’extension que d’éliminer les concurrents indésirables et d’ériger des obstacles à l’accès au marché, le législateur a clairement défini dans la LECCT les conditions préalables selon lesquelles le champ d’application d’une CCT peut être étendu.
La nouvelle mesure visant à stabiliser le nombre de CCT étendues renforce le partenariat social. Elle n’engendre aucun effet pour les entreprises et les secteurs d’activités non couverts par une CCT étendue. Les entreprises dissidentes, qui seront concernées par la mesure, sont aujourd’hui déjà tenues de respecter les dispositions impératives d’une CCT étendue. La nouvelle mesure n’entraînera pas une augmentation du nombre d’entreprises couvertes par une CCT étendue mais aidera à éviter que certains secteurs se retrouvent sans dispositions contraignantes quant aux conditions de travail et de salaires alors qu’ils y étaient soumis jusqu’alors. Par ailleurs, les autres conditions pour pouvoir prononcer l’extension d’une convention collective restent inchangées. Une extension ne doit pas être contraire à l’intérêt général et ne doit pas léser les intérêts légitimes d’autres branches économiques ou d’autres milieux de la population. Avec cette mesure visant à stabiliser la situation actuelle, l’impact attendu en général sera faible.
Conséquences dans le domaine des marchés publics Les mesures visant à valoriser les attestations de conformité à la CCT pour les entreprises soumissionnaires actives dans le gros œuvre et le second œuvre ainsi que pour leurs sous-traitants et l’obligation de porter une carte d’identification professionnelle sur les chantiers publics n’auront probablement que peu d’impact sur les entreprises. Les entreprises soumissionnaires des secteurs mentionnés disposent d’ores et déjà de l’instrument que constitue l’attestation de conformité à la CCT pour prouver, en cas de recours à un sous-traitant, qu’elles respectent les conditions de travail et de salaire applicables dans le cadre de la responsabilité solidaire. De la même manière, les entreprises des secteurs mentionnés ont déjà la possibilité de commander une carte d’identification professionnelle. Elles pourront ainsi recourir à des instruments existants, tandis que les entreprises actives dans des secteurs où cet instrument n’est pas disponible pourront continuer à faire valoir la déclaration du soumissionnaire. L’utilisation de l’attestation de conformité à la CCT permettra toutefois de garantir que seules les entreprises qui n’ont pas d’infractions en cours seront prises en considération dans la procédure d’adjudication. Les partenaires sociaux ont mis en place un système de contrôle sous forme de cartes et c’est eux-mêmes qui s’occupent de les mettre à jour en s’assurant que les conditions sont toujours remplies. Le port obligatoire de la carte d’identification professionnelle dans le gros œuvre et le second œuvre permettra de simplifier les contrôles sur place par les ComP et limitera donc la charge administrative pour les entreprises contrôlées. Les entreprises étrangères doivent également pouvoir obtenir facilement les cartes de chantier et celles-ci ne doivent pas constituer un obstacle à la participation aux appels d’offres publics.
Conséquences d’un renforcement du partenariat social en entreprise Il n’est pas possible de chiffrer en détail les conséquences pour l’économie, mais celles-ci devraient être de très faible ampleur. L’amélioration de la protection du partenariat social en entreprise et ainsi pour les représentants élus des travailleurs, les membres d’un organe paritaire d’une institution de prévoyance en faveur du personnel et les membres de comité de branches nationaux actifs dans le cadre d’une CCT étendue ne concernera que les entreprises qui occupent plus de 50 employés, ce qui correspondait à environ 2 % des entreprises en 2022. Il n’existe pas de données garanties ou de statistiques officielles sur les travailleurs concernés par cette nouvelle règle. Une estimation sommaire d’environ 5000 à 7000 travailleurs concernés ressort de différentes discussions avec les partenaires sociaux et d’enquêtes dans les secteurs particulièrement touchés par la participation en entreprise (cela correspond à env. 0,15 % des travailleurs occupés dans l’économie privée en Suisse). Des entretiens avec les partenaires sociaux ont également fait apparaître qu’environ les deux tiers des représentants des travailleurs qui sont membres d’un organe paritaire d’une institution de prévoyance en faveur du personnel pourraient simultanément être des représentants des travailleurs au sens de la loi sur la participation. Les partenaires sociaux estiment que la participation en entreprise fonctionne bien dans l’ensemble. Selon les informations fournies par les syndicats, le nombre de licenciements de travailleurs concernés par la nouvelle réglementation s’élève à moins de dix par an. Il n’existe toutefois pas non plus de statistiques officielles sur ce sujet. Cette mesure ne devrait pas restreindre la flexibilité du marché du travail en Suisse.
Rispetto alla situazione attuale, l’aggiornamento dell’ALC e la sua attuazione nel diritto interno non comporta cambiamenti significativi per le imprese in Svizzera. In caso di necessità, l’economia svizzera potrà anche in futuro impiegare lavoratori provenienti dagli Stati membri dell’UE, il che è di importanza fondamentale per la piazza economica e la sicurezza pianificatoria delle imprese. Ciò garantisce che anche in futuro l’immigrazione si orienti sul mercato del lavoro. Le imprese in Svizzera saranno tenute per legge a richiedere il certificato per frontalieri per i loro frontalieri provenienti dall’UE (v. n. 2.3.8.1.1, commento all’art. 15a D-LStrI), ma ciò corrisponde alla prassi vigente. Nel 2024 sono stati rilasciati circa 77 500 permessi per frontalieri. Il riconoscimento reciproco delle qualifiche rimane garantito e nelle professioni regolamentate le qualifiche dei lavoratori provenienti dall’UE saranno verificate secondo le disposizioni vigenti. Ciò consente all’economia svizzera di rimanere competitiva e innovativa. Restano inoltre per esempio garantite le aspettative di rendita basate su contributi versati in un altro Stato secondo le disposizioni vigenti. Una novità è che la Svizzera recepirà in modo dinamico gli sviluppi delle regole di coordinamento dell’UE.
Quanto al contributo dell’ALC alla crescita dell’economia, si può rinviare allo studio di Ecoplan410 «Impatto economico di un abbandono dei Bilaterali I». Secondo lo studio, l’abbandono degli accordi bilaterali I comporterebbe una diminuzione del 4,9 % del PIL entro il 2045 nonché un indebolimento dell’economia e un aumento del numero di trasferimenti di sede. Dal punto di vista economico, l’ALC è l’accordo bilaterale più importante con l’UE. Il solo abbandono dell’ALC comporterebbe circa tre quarti della somma delle conseguenze complessive dell’abbandono degli accordi bilaterali I411. Lo studio prevede complessivamente una diminuzione dei redditi da lavoro e da capitale pari a 22,64 miliardi di franchi in caso di abbandono dell’ALC. Anche secondo le associazioni svizzere dell’economia l’ALC è di importanza fondamentale per l’economia in considerazione dello sviluppo demografico in Svizzera e della perdurante richiesta di lavoratori.
Clausola di salvaguardia La clausola di salvaguardia concretizzata offre alla Svizzera la possibilità di adottare misure protettive appropriate se l’applicazione dell’ALC comporta gravi difficoltà di ordine economico o sociale. La Svizzera può avviare autonomamente la procedura di attivazione della clausola di salvaguardia. Qualora il CM non raggiunga un consenso in merito alla presenza di gravi difficoltà, la Svizzera può adire il tribunale arbitrale, in futuro anche senza il consenso dell’UE. In determinate situazioni, in particolare se l’immigrazione netta dall’UE in seguito all’ALC o l’aumento dell’impiego di frontalieri, della disoccupazione o del versamento di prestazioni di aiuto sociale raggiungono o superano un determinato valore soglia, il Consiglio federale deve esaminare in ogni caso l’invocazione della clausola di salvaguardia. Dato che l’invocazione della clausola di salvaguardia può avere per la Svizzera, a seconda della situazione, sia vantaggi che svantaggi e dato che sono prevedibili misure di riequilibrio da parte dell’UE, la Svizzera dovrà ponderare caso per caso se sia necessario e adeguato derogare alle disposizioni dell’ALC per mitigare le gravi difficoltà. Nella procedura relativa alla clausola di salvaguardia sono definite in modo chiaro le condizioni per eventuali mi409 SEM (2025): Statistica annuale sull’immigrazione 2024. Berna; disponibile su: www.sem.admin.ch > Pubblicazioni & servizi > Fatti e cifre > Statistica degli stranieri > Statistica sull’immigrazione > 2024.
410 Ecoplan (2025): Volkswirtschaftliche Auswirkungen eines Wegfalls der Bilateralen I (disponibile soltanto in tedesco). Berna; disponibile su: www.seco.admin.ch > Economia esterna e cooperazione economica > Relazioni economiche > Unione europea > Importanza economica dei Bilaterali I.
411 Ecoplan (2025): Volkswirtschaftliche Auswirkungen eines Wegfalls der Bilateralen I (disponibile soltanto in tedesco), pag. 69.
sure di riequilibrio di entrambe le parti contraenti. Ciò consente alla Svizzera di prevedere in modo più attendibile le conseguenze economiche di eventuali misure dell’UE.
Ripercussioni nell’ambito della LDist per le imprese svizzere In riferimento al PM-ALC, la riduzione del termine di notifica preliminare e l’adeguamento del sistema di cauzione non avranno ripercussioni per le imprese svizzere. Infatti, le modifiche non riguardano direttamente tali imprese, ma piuttosto i prestatori di servizi europei. Se queste modifiche dovessero portare a un aumento significativo del numero di stabilimenti che sottostanno all’obbligo di notifica sul mercato nazionale, gli stabilimenti svizzeri potrebbero essere soggetti a una maggiore concorrenza nei settori interessati.
Le imprese svizzere non saranno direttamente interessate da queste modifiche nemmeno per quanto riguarda le nuove disposizioni relative alla cooperazione amministrativa con le autorità estere nel quadro dell’esecuzione delle misure collaterali se operano sul territorio nazionale o rispettano le condizioni lavorative e salariali vigenti nel Paese dell’UE in caso di distacco di lavoratori. La cooperazione amministrativa avrà invece un impatto diretto su imprese svizzere inadempienti nell’ambito di una prestazione di servizi nell’UE. Considerato il numero ridotto di imprese svizzere che distaccano lavoratori nell’UE e il livello salariale elevato in Svizzera, le nuove disposizioni relative alla cooperazione amministrativa si ripercuoteranno solo marginalmente sulle imprese svizzere. Riguardo all’ottimizzazione e allo sviluppo della procedura di notifica, queste misure non avranno alcun impatto sulle imprese svizzere.
Per le imprese, l’introduzione di una responsabilità congiunta dell’appaltatore primario rispetto ai crediti delle ComP porterà in particolare a un rafforzamento del carattere preventivo della responsabilità solidale esistente. Infatti, questa modifica non implicherà per l’azienda l’adozione di nuove misure per liberarsi dalla sua responsabilità. Tuttavia, se gli appaltatori primari dovessero modificare la loro procedura di attribuzione dei mandati preferendo, ad esempio, selezionare subappaltatori che hanno depositato una cauzione, questa nuova disposizione potrebbe generare un onere lavorativo supplementare. L’onere sarebbe tuttavia marginale e dovrebbe attenuarsi nel tempo.
Ripercussioni nell’ambito della LDist per gli altri operatori economici Le ComP dei settori interessati dovranno apportare le necessarie modifiche al processo in materia di cauzione per conformarsi al nuovo sistema. Se per dare seguito alla riduzione del termine di notifica preliminare vengono mantenuti l’attuale volume di controlli e le condizioni vigenti, è possibile che alle ComP dei CCL di obbligatorietà generale a livello federale debbano essere accordate delle risorse supplementari. I costi aggiuntivi sarebbero sostenuti dalla Confederazione conformemente al metodo d’indennizzo attuale. In futuro le ComP potranno richiedere informazioni alle autorità estere se un datore di lavoro che distacca lavoratori o un prestatore di servizi indipendente non adempie il suo obbligo di dare informazioni. A tal fine verrà concesso alle ComP, in seguito all’ALC rivisto, un accesso all’IMI. I costi iniziali per l’istituzione dell’IMI presso le ComP regionali o centrali dovrebbero essere compensati da un miglioramento delle possibilità di esecuzione nei confronti di prestatori di servizi che impediscono un controllo rifiutando di fornire informazioni. Le misure di ottimizzazione della procedura di notifica contribuiranno, in particolare grazie a una trasmissione più rapida ed efficace delle notifiche, a migliorare l’attività d’esecuzione delle ComP.
Ripercussioni nell’ambito della LDist per l’economia nel suo complesso I risultati dei negoziati nell’ambito del PM-ALC sull’adeguamento del sistema di cauzione e sulla riduzione del termine di notifica preliminare non avranno ripercussioni significative per quanto riguarda l’economia svizzera nel suo complesso. Infatti, la prestazione transfrontaliera di servizi rimane un fenomeno relativamente limitato. In termini di volume di lavoro effettuato dai prestatori di servizi – misurato in base al numero di giorni prestati – la quota di occupazione in equivalenti a tempo pieno non ha superato l’uno per cento negli ultimi vent’anni. La prestazione transfrontaliera di servizi riguarda inoltre in maniera specifica determinati settori di attività e non ha quindi un impatto su tutti i rami economici presenti in Svizzera. In seguito al PMALC non ci si deve aspettare un forte aumento della prestazione di servizi e quindi un incremento della concorrenza, dato che la decisione di fornire servizi in Svizzera dipende da numerosi fattori – come la congiuntura in Svizzera o nel Paese di origine – e non solo dal termine di notifica o dall’obbligo di depositare una cauzione. Infatti, gli adeguamenti relativi all’obbligo di depositare una cauzione per gli stabilimenti attivi nei settori che prevedono questo strumento avranno sicuramente solo un impatto limitato sull’economia globale. Soltanto una parte dei rami accessori dell’edilizia prevede attualmente questo obbligo. Allo stesso modo, l’esperienza maturata con il termine di notifica di otto giorni civili lascia supporre che la riduzione a quattro giorni lavorativi del termine di notifica preliminare non comporterà un forte aumento delle imprese che forniscono servizi in Svizzera. Già oggi un numero significativo di prestatori di servizi notifica i propri impieghi ben prima degli otto giorni in questione, per cui si può presumere che l’attuale termine di otto giorni non dissuada assolutamente le imprese dal fornire servizi in Svizzera. Inoltre, le disposizioni attuali offrono già la possibilità alle aziende distaccanti di intervenire in casi urgenti senza termine preliminare.
Le nuove disposizioni relative alla cooperazione amministrativa con le autorità estere nel quadro dell’esecuzione della LDist non avranno alcun impatto sulle imprese svizzere e quindi sull’economia svizzera nel suo complesso. L’introduzione dell’obbligo per un’azienda distaccante di designare un rappresentante del datore di lavoro in Svizzera, che fungerà da intermediario con le autorità d’esecuzione, comporterà ulteriori formalità per tale impresa. Inoltre, l’obbligo per il lavoratore distaccato di disporre sul posto di documenti atti a dimostrare il rispetto delle condizioni di lavoro applicabili faciliterà il controllo del rispetto delle condizioni lavorative e salariali svizzere, contribuendo indirettamente a garantire una concorrenza equa.
Con gli sviluppi supplementari relativi all’ottimizzazione della procedura di notifica si potrà in parte compensare la diminuzione degli effetti preventivi legati agli adeguamenti in materia di cauzione e la riduzione del termine di notifica preliminare. Questa misura non avrà tuttavia alcuna ripercussione per l’economia nel suo complesso. Ripercussioni nell’ambito della LOCCL per l’economia nel suo complesso In quanto accordi tra parti sociali, i CCL contribuiscono a stabilizzare le relazioni potenzialmente conflittuali tra datori di lavoro e lavoratori. I CCL svolgono quindi una funzione regolatrice sgravando indirettamente lo Stato. L’ampio margine di manovra delle parti sociali riguardo alle disposizioni imperative di un CCL consente inoltre di limitare l’intervento legislativo dello Stato nell’ambito del mercato del lavoro. Favorendo la conclusione di CCL, il conferimento del carattere obbligatorio generale a un CCL da parte dello Stato ha come scopo fondamentale la promozione della pace sociale e di un certo standard minimo in termini di condizioni lavorative e salariali. Il conferimento del carattere obbligatorio generale a un CCL persegue due obiettivi: in primo luogo, proteggere gli accordi esistenti da una concorrenza fondata su bassi salari, evitando, in secondo luogo, di mettere i dissidenti in una posizione di svantaggio economico. In effetti, mentre le ripercussioni economiche legate al conferimento del carattere obbligatorio generale a un CCL possono essere sopportabili per le aziende membri delle associazioni firmatarie dell’accordo, la situazione potrebbe essere differente per le aziende dissidenti. Per queste ultime, il conferimento del carattere obbligatorio generale a un CCL e ai relativi salari minimi significano in un certo senso l’abbandono del principio di libera determinazione dei salari. Poiché l’obiettivo del conferimento del carattere obbligatorio generale non è di eliminare i concorrenti indesiderati né di ostacolare l’accesso al mercato del lavoro, il legislatore ha chiaramente definito nella LOCCL le condizioni preliminari secondo cui un CCL può essere dichiarato di obbligatorietà generale.
La nuova misura volta a stabilizzare il numero di CCL di obbligatorietà generale rafforza il partenariato sociale. Non ha alcun impatto per le aziende e i settori di attività non coperti da un CCL di obbligatorietà generale. Le aziende dissidenti, che saranno interessate da questa misura, sono già oggi tenute a rispettare le disposizioni imperative di un CCL di obbligatorietà generale. La nuova misura non porterà a un aumento del numero di aziende coperte da un CCL di obbligatorietà generale, ma permetterà di evitare che alcuni settori si ritrovino senza disposizioni vincolanti in merito alle condizioni lavorative e salariali mentre prima erano soggetti a tali disposizioni. Inoltre, le altre condizioni per il conferimento del carattere obbligatorio generale a un CCL restano invariate. Il conferimento del carattere obbligatorio generale non deve contrastare l’interesse generale e non deve ledere gli interessi legittimi di altri rami economici o di altre cerchie della popolazione. Con questa misura volta a stabilizzare la situazione attuale, non dovrebbero esserci ripercussioni significative. Ripercussioni nel quadro degli appalti pubblici Le misure volte a valorizzare le certificazioni CCL per gli offerenti nei settori dell’edilizia, del genio civile e dei rami accessori dell’edilizia e per i loro eventuali subappaltatori nonché l’obbligo di portare con sé il tesserino di cantiere nei cantieri pubblici avranno probabilmente un impatto trascurabile sulle aziende.
Gli offerenti dei settori sopracitati dispongono sin d’ora della certificazione CCL per dimostrare nel quadro della responsabilità solidale, in caso di ricorso a un subappaltatore, che rispettano le condizioni lavorative e salariali in vigore. Inoltre, hanno già oggi la possibilità di ordinare un tesserino di cantiere per i propri dipendenti. Tali aziende potranno quindi ricorrere a strumenti esistenti mentre quelle attive in settori in cui questo strumento non è disponibile potranno continuare a far valere l’autodichiarazione dell’offerente. L’utilizzo della certificazione CCL permetterà tuttavia di assicurare che nel processo di aggiudicazione vengano prese in considerazione soltanto le aziende senza violazioni in corso. Le parti sociali hanno predisposto un sistema di controllo basato su tessere, che provvederanno loro stessi ad aggiornare accertandosi che le condizioni siano sempre osservate. L’obbligo di portare con sé il tesserino di cantiere nei settori dell’edilizia, del genio civile e dei rami accessori dell’edilizia agevolerà i controlli sul posto per le ComP e limiterà l’onere amministrativo per le imprese controllate. Anche gli offerenti esteri devono poter ottenere facilmente queste tessere d’identificazione, che non devono costituire un motivo d’impedimento per la partecipazione a bandi pubblici. Ripercussioni del rafforzamento del partenariato sociale nelle aziende Le ripercussioni sull’economia nazionale non possono essere quantificate in dettaglio, ma dovrebbero essere molto limitate. Il miglioramento della tutela del partenariato sociale nelle aziende e quindi dei rappresentanti eletti dei lavoratori, dei membri di un organo paritetico di un istituto di previdenza a favore del personale e dei membri dei comitati nazionali di settore il cui ambito di attività è coperto da un CCL di obbligatorietà generale riguarderà solo le imprese con più di 50 dipendenti (pari a circa il 2 % delle imprese nel 2022). Non esistono dati certi né statistiche ufficiali sui lavoratori interessati dalla nuova normativa. Da vari colloqui con le parti sociali e da sondaggi condotti nei settori particolarmente interessati dal principio della partecipazione dei lavoratori nelle aziende, emerge una stima approssimativa di circa 5000-7000 lavoratori interessati (pari a circa lo 0,15 % dei dipendenti impiegati nel settore privato in Svizzera). Dai colloqui con le parti sociali è emerso inoltre che circa due terzi dei rappresentanti dei lavoratori membri di un organo paritetico di un istituto di previdenza a favore del personale potrebbero contemporaneamente essere rappresentanti dei lavoratori secondo la legge sulla partecipazione. Nel complesso, le parti sociali ritengono che il principio della partecipazione dei lavoratori nelle aziende funzioni bene. Secondo le indicazioni fornite dai sindacati, il numero di licenziamenti tra i lavoratori interessati dalla nuova normativa è inferiore a dieci all’anno. Tuttavia, anche in questo caso non sono disponibili statistiche ufficiali. La misura non dovrebbe limitare la flessibilità del mercato del lavoro in Svizzera.
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