Botschaft des Bundesrates · BBl 2026 615
Ziff. 2.13.7.1.1 Gesundheitsabkommen
Das Gesundheitsabkommen bietet der Schweiz hauptsächlich die Möglichkeit, sich an den Gesundheitssicherheitsmechanismen und am ECDC zu beteiligen. Es steht im Einklang mit dem einschlägigen nationalen Recht, und es sind keine Anpassungen auf Gesetzesstufe vorgesehen. Es fällt in erster Linie in den Geltungsbereich des Epidemiengesetzes vom 28. September 2012 (EpG), das die Früherkennung, Überwachung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten in der Schweiz zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung regelt. Mit dem aktuell geltenden EpG und der laufenden Teilrevision sind die epidemiologischen Überwachungssysteme der Schweiz mit dem einschlägigen EU-Recht kompatibel.
Neben übertragbaren Krankheiten ist das Gesundheitsabkommen auch auf andere schwerwiegende grenzüberschreitende Gesundheitsbedrohungen anwendbar. Die Durchführungsbefugnisse bei anderen schwerwiegenden grenzüberschreitenden Gesundheitsbedrohungen sind in spezifischen Gesetzen geregelt: Bedrohungen durch übertragbare Tierseuchen sind im Tierseuchengesetz vom 1. Juli 1966 (TSG) und solche durch ionisierende Strahlung im Strahlenschutzgesetz vom 22. März 1991 (StSG, v. a. Art. 17 ff.) geregelt, während die Umweltschutzgesetzgebung und insbesondere die Verordnung vom 27. Februar 1991 über den Schutz vor Störfällen (Störfallverordnung, StFV, s. namentlich Art. 12 Abs. 2) bei toxischen Ereignissen oder anderen chemischen Vorfällen zur Anwendung kommen.
Die Umsetzung des Abkommens erfordert jedoch Anpassungen auf Verordnungsebene:
a) Gemäss Artikel 18 Absatz 3 der Verordnung (EU) 2022/2371 müssen die Mitgliedstaaten zum Zwecke der Frühwarnung und Reaktion die Behörden benennen, die auf nationaler Ebene für die Übermittlung von Warnmeldungen an das EWRS zuständig sind. Um eine einheitliche Übermittlung der Warnmeldungen und deren Weiterverfolgung zu gewährleisten, soll diese Funktion vom BAG übernommen werden. Dies wird nach Abschluss der innerstaatlichen Genehmigung in der Epidemienverordnung vom 29. April 2015 (EpV) zu regeln sein. Das BAG ist auch die für die Umsetzung des Gesundheitsabkommens zuständige Behörde. Ausserdem ist das BAG die für übertragbare Krankheiten zuständige Behörde, bei der Gefahren für die öffentliche Gesundheit gemeldet werden müssen (s. Art. 12 EpG). Dasselbe gilt für den Strahlenschutz, der ebenfalls in der Zuständigkeit des BAG liegt (s. Art. 137 Strahlenschutzverordnung vom 26 April 2017). Weitere Bundesstellen sind für bestimmte andere Bedrohungen zuständig. Das BLV ist die für Tierseuchen zuständige Behörde (Art. 57 TSG). Bei toxischen Ereignissen oder anderen chemischen Vorfällen bezeichnen die Kantone eine zentrale Stelle, welche die Meldung von Störfällen unverzüglich an die Alarmstelle NAZ (ASNAZ) bei der Nationalen Alarmzentrale (NAZ) weiterleitet (s.
Art. 12 Abs. 2, StFV). Die NAZ ist die Einsatzorganisation des Bundes bei Industrieunfällen. Wenn sich Industrieunfälle oder Störfälle mit erheblichen Auswirkungen über die Landesgrenzen hinaus ereignen, meldet die NAZ diese über das System zur Meldung von Industrieunfällen gemäss dem entsprechenden UN/ECEÜbereinkommen an die Nachbarländer. Im Bereich des Bevölkerungsschutzes hat die NAZ Informations- und Warnaufgaben bei Gefährdung durch erhöhte Radioakti902 903 904 905 906 907 908 SR 818.101 SR 916.40 SR 814.50 SR 814.012 SR 818.101.1 SR 814.501 SR 0.814.04 vität (Art. 7 Verordnung vom 11. November 2020 über den Bevölkerungsschutz, BevSV), durch chemische Stoffe (Art. 8 BevSV), aus dem Weltraum (Art. 9 BevSV) und weiteren Gefährdungen (Art. 10 BevSV), insbesondere durch ein bevölkerungsschutzrelevantes Ereignis von nationaler Tragweite. Die Koordination zwischen den zuständigen Bundesstellen wird gewährleistet, um sicherzustellen, dass das BAG die relevanten Warnmeldungen an das EWRS weiterleiten kann. Diese Koordination wird im Rahmen des Ausführungsrechts der jeweiligen Bundesgesetze geregelt. Ergänzend sollen Vereinbarungen zwischen dem BAG und den zuständigen Behörden, die Gesundheitsgefährdungen überwachen und melden müssen, die Grundsätze der Zusammenarbeit präzisieren. Für umweltbedingte schwerwiegende grenzüberschreitende Gesundheitsgefahren, welche die Kriterien der Verordnung (EU) 2022/2371 erfüllen und nicht in den Geltungsbereich der bei toxischen Ereignissen oder anderen chemischen Vorfällen anwendbaren StFV fallen, besteht keine Pflicht zur Meldung an eine Bundesbehörde. Die Kantone haben jedoch bereits die Möglichkeit, die NAZ über eine Warnmeldung bei einem weitreichenden Schadensereignis (Störfall), einer Katastrophe oder einer Notlage zu informieren. Um jedoch eine Pflicht der Kantone zur Meldung an die NAZ vorzusehen, könnte im Rahmen einer ordentlichen Revision des Bevölkerungs- und Zivilschutzgesetzes vom 20. Dezember 2019 (BZG) eine entsprechende Änderung aufgenommen werden. Damit könnten schwerwiegende grenzüberschreitende Gesundheitsbedrohungen umweltbedingten oder unbekannten Ursprungs erfasst werden, die nicht von einer der oben genannten Bestimmungen abgedeckt sind. Dies stellt sicher, dass insbesondere in Zukunft keine Lücken bei den Meldepflichten der Kantone bestehen. Derzeit sind keine plausiblen Situationen erkennbar, die nicht durch die bestehenden Bestimmungen des innerstaatlichen Rechts abgedeckt wären. Eine Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Bundesbehörden und den Kantonen wäre wünschenswert, um den Informationsfluss zu solchen schwerwiegenden grenzüberschreitenden Gesundheitsbedrohungen zu erleichtern und damit dem BAG die relevanten Informationen zur Weiterleitung an das EWRS zur Verfügung zu stellen.
b) Weitere Anpassungen betreffen die Verordnung des EDI vom 1. Dezember 2015 über die Meldung von Beobachtungen übertragbarer Krankheiten des Menschen (VMüK). Diese Verordnung legt auf nationaler Ebene fest, welche Krankheiten und Erreger von Gesundheitsfachpersonen und Laboratorien den Behörden gemeldet werden müssen, um eine einheitliche und systematische Überwachung sicherzustellen. Es handelt sich bei den Anpassungen nicht um grundlegende Änderungen, sondern um präzisierende Anpassungen. Voraussichtlich müssen zusätzliche übertragbare Krankheiten des Menschen, die heute in der Schweiz – im Gegensatz zur EU – noch nicht meldepflichtig sind, der Meldepflicht unterstellt werden. Damit soll sichergestellt werden, dass die meldepflichtigen Krankheitserreger mit den Vorgaben auf EU-Ebene und insbesondere mit den Empfehlungen des ECDC übereinstimmen. Zudem müssen teilweise die Meldekriterien (klinische und epidemiologische Definitionen) angepasst werden. Diese Meldekriterien sind in einem Leitfaden des BAG aufgeführt und haben 909 910 911 SR 520.12 SR 520.1 SR 818.101.126 keinen rechtsetzenden Charakter. Die Schweiz orientiert sich bereits heute an internationalen Standards (Weltgesundheitsorganisation WHO, ECDC sowie anderen international anerkannten Instituten wie dem deutschen Robert Koch Institut), um die Vergleichbarkeit und Effizienz ihrer epidemiologischen Überwachung sicherzustellen. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass der Bundesrat, wie im Kapitel 2.1 «Institutionelle Elemente» ausgeführt, Gesetzesanpassungen zu den Modalitäten des Einbezugs des Parlaments im Rahmen der institutionellen Bestimmungen sowie zur Veröffentlichung aller für das Decision Shaping relevanten öffentlichen Dokumente der EU vorschlägt. Es wird eine Anpassung des Parlamentsgesetzes (ParlG) sowie des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes (RVOG) vorgeschlagen. Dies betrifft auch das Gesundheitsabkommen, in welchem die institutionellen Elemente analog angewendet werden. Zu den im Bundesbeschluss über die Genehmigung und Umsetzung des Abkommens zwischen der Schweiz und der EU über die Gesundheit vorgesehenen Änderungen des ParlG und des RVOG, siehe die Ziffern 2.1.7.2 und 2.1.7.3.
L’accord sur la santé prévoit principalement la possibilité pour la Suisse de participer aux mécanismes de sécurité sanitaire et à l’ECDC. Il est conforme au droit national pertinent et aucune adaptation n’est prévue au niveau de la loi. Il relève en premier lieu du champ d’application de la loi fédérale du 28 septembre 2012 sur les épidémies, LEp)902, qui réglemente la détection précoce, la surveillance, la prévention et la lutte contre les maladies en Suisse dans le but de protéger la santé de la population. Avec la LEp actuellement en vigueur et la révision partielle en cours, les systèmes de surveillance épidémiologique de la Suisse sont compatibles avec le droit pertinent de l’UE.
Hormis le domaine des maladies transmissibles, la mise en œuvre de l’accord sur la santé s’applique aussi à d’autres menaces transfrontières graves pour la santé. Les compétences d’exécution en cas d’autres menaces transfrontières graves pour la santé sont régies par les législations spécifiques : les menaces liées aux maladies animales transmissibles sont régies par la loi du 1er juillet 1966 sur les épizooties (LFE)903, dans le domaine des rayonnements ionisants, il s’agit de la loi du 22 mars 1991 sur la radioprotection904 (en particulier les art. 17 ss) qui s’applique, tandis que la législation sur la protection de l’environnement en particulier l’ordonnance du 27 février 1991 sur les accidents majeurs (OPAM905, cf. not. art. 12, al. 2) est applicable en cas d’événements toxiques ou d’autres effets chimiques. Cependant, la mise en œuvre de l’accord nécessite des ajustements au niveau des ordonnances :
a) Selon l’art. 18, par. 3, du règlement (UE) 2022/2371, les États doivent désigner les autorités compétentes responsables, au niveau national, chargées de notifier les alertes au SAPR. Afin de garantir une cohérence dans la transmission des alertes et de leurs suivis, cette fonction sera assumée par l’OFSP. Cela devra être réglé dans l’ordonnance du 29 avril 2015 sur les épidémies (OEp)906 à l’issue des procédures d’approbation interne. En effet, l’OFSP est l’autorité chargée de la mise en œuvre de l’accord sur la santé. Par ailleurs, dans le domaine des maladies transmissibles, l’OFSP est l’autorité compétente à laquelle les notifications de risques sanitaires doivent être adressées (cf. art. 12 LEp). Il en va de même pour le domaine de la radioprotection, qui relève également de la compétence de l’OFSP (cf. art. 137 de l’ordonnance du
26 avril 2017 sur la radioprotection907). D’autres offices fédéraux sont compétents pour certaines menaces spécifiques. L’OSAV est l’autorité compétente en cas d’épizootie (art. 57 LFE). En cas d’événements toxiques ou d’autres effets chimiques, les cantons désignent un organe central qui communique tout accident majeur au poste 902 903 904 905 906 907 RS 818.101 RS 916.40 RS 814.50 RS 814.012 RS 818.101.1 RS 814.501 d’alarme CENAL (PA-CENAL) de la Centrale nationale d’alarme (CENAL) (cf. art. 12, al. 2, OPAM). La CENAL est l’organe d’alerte de la Confédération en cas d’accidents industriels. Si des accidents industriels ou des incidents ayant des conséquences importantes se produisent au-delà des frontières nationales, la CENAL les signale aux pays voisins via le Système de notification des accidents industriels de la Convention de la CEE-ONU sur les accidents industriels. En matière de protection de la population, la CENAL a des tâches d’information et d’alerte en cas de danger dû à une radioactivité accrue (art. 7 ordonnance du 11 novembre 2020 sur la protection de la population ; OProP909), à des substances chimiques (art. 8 OProP), en cas de danger d’origine spatiale (art. 9 OProP), et, enfin, en cas d’autre danger (art. 10 OProP), notamment de danger dû à un événement de portée nationale concernant la protection de la population. Une coordination sera instaurée entre les autorités fédérales compétentes pour s’assurer que l’OFSP puisse transmettre les alertes pertinentes au SAPR. Elle sera réglée dans le cadre des dispositions d’exécution des lois fédérales applicables. En complément, des conventions entre l’OFSP et les autorités chargées de surveiller et de signaler les menaces pour la santé préciseront les principes de la coopération.
Pour les menaces transfrontières graves pour la santé d’origine environnementale qui rempliraient les critères du règlement (UE) 2022/2371 et qui ne seraient pas couvertes par le champ d’application de l’OPAM applicable en cas d’événements toxiques ou d’autres effets chimiques, il n’existe pas d’obligation de déclaration à une autorité fédérale. À noter que les cantons ont déjà la possibilité d’informer la CENAL d’une alerte en cas d’événement dommageable de grande portée (événement majeur), de catastrophe ou de situation d’urgence. Cependant, afin de prévoir une obligation d’annonce des cantons à la CENAL dans le cas de menaces transfrontières graves pour la santé d’origine environnementale ou inconnue qui ne seraient pas couvertes par une des dispositions mentionnées ci-dessus, une modification de la loi fédérale sur la protection de la population et sur la protection civile du 20 décembre 2019 (LPPCi) 910 pourrait être envisagée dans le contexte d’une révision ordinaire de cette loi. Cela permettrait de s’assurer qu’il n’existe aucune lacune, en particulier dans le futur, concernant les obligations d’annonces par les cantons. Actuellement, aucune situation plausible qui ne serait pas couverte par les dispositions existantes du droit interne n’a pu être identifiée. Une collaboration entre les autorités fédérales compétentes et les cantons serait souhaitable afin de faciliter la transmission d’informations relatives à de telles menaces transfrontières graves pour la santé et donc de permettre à l’OFSP de disposer des informations pertinentes à transmettre dans le contexte du SAPR.
b) D’autres ajustements concernent l’ordonnance du DFI du 1er décembre 2015 sur la déclaration d’observations en rapport avec les maladies transmissibles de l’homme (ODMT)911. Cette ordonnance définit, au niveau national, les maladies et les agents pathogènes que les professionnels de la santé et les laboratoires doivent déclarer aux autorités afin de garantir une surveillance uniforme et systématique. Il ne s’agit pas d’apporter des changements fondamentaux, mais de préciser certaines dispositions. Il 908 909 910 911 RS 0.814.04 RS 520.12 RS 520.1 RS 818.101.126 est prévu que certaines maladies transmissibles qu’il n’est actuellement pas obligatoire de déclarer en Suisse, contrairement à la pratique de l’UE, soient soumises à cette obligation. Ces ajouts permettront de garantir que les agents pathogènes soumis à déclaration correspondent aux consignes de l’UE, et particulièrement aux recommandations de l’ECDC. De plus, il faudra adapter une partie des critères de déclaration (définitions clinique et épidémiologique). Ces critères figurent dans un guide de l’OFSP et n’ont pas de caractère normatif. À l’heure actuelle, la Suisse tient déjà compte des normes internationales (Organisation mondiale de la santé [OMS], l’ECDC et autres institutions reconnues au niveau international comme l’Institut Robert-Koch) pour garantir la comparabilité et l’efficacité de sa surveillance épidémiologique. À noter encore que le Conseil fédéral, comme expliqué dans le chapitre « Dispositions institutionnelles », propose des adaptations législatives relatives à la façon d’impliquer le Parlement dans le cadre des dispositions institutionnelles et à la publication de tous les documents publics de l’UE pertinents pour la prise de décision. Il propose d’adapter la loi du 13 décembre 2002 sur l’Assemblée fédérale912 (LParl) et la loi du
21 mars 1997 sur l’organisation du gouvernement et de l’administration913 (LOGA). Cet aspect concerne aussi l’accord sur la santé, dans lequel les éléments institutionnels sont appliqués de manière analogue. Concernant les modifications de la LParl et de la LOGA prévues dans l’arrêté fédéral portant approbation et mise en œuvre de l’accord entre la Suisse et l’UE sur la santé, voir chiffres 2.1.7.2 et 2.1.7.3.
L’Accordo sulla sanità prevede essenzialmente la partecipazione della Svizzera ai meccanismi di sicurezza sanitaria e all’ECDC. È conforme al diritto nazionale pertinente e per la sua attuazione non è previsto alcun adeguamento a livello di legge. Rientra in primo luogo nel campo d’applicazione della legge federale del 28 settembre
2012 sulle epidemie (LEp), che disciplina l’individuazione precoce, la sorveglianza e la prevenzione delle malattie in Svizzera nonché la lotta contro di esse, al fine di tutelare la salute della popolazione. Grazie alla LEp vigente e alla revisione parziale in corso, i sistemi di sorveglianza epidemiologica svizzeri sono compatibili con il diritto pertinente dell’UE. Oltre all’ambito delle malattie trasmissibili, l’attuazione dell’Accordo sulla sanità si applica anche ad altre gravi minacce per la salute a carattere transfrontaliero. Le competenze d’esecuzione in caso di altre gravi minacce per la salute a carattere transfrontaliero sono rette da legislazioni specifiche: le minacce legate alle malattie animali trasmissibili sono disciplinate nella legge del 1° luglio 1966 sulle epizoozie (LFE), nel settore delle radiazioni ionizzanti si applica la legge del 22 marzo 1991 sulla radioprotezione (LRaP; in particolare l’art. 17 segg.), mentre eventi tossici o altri effetti chimici sono disciplinati dalla legislazione sulla protezione dell’ambiente, in particolare dall’ordinanza del 27 febbraio 1991 sulla protezione contro gli incidenti rilevanti (OPIR, cfr. in particolare l’art. 12 cpv. 2).
Tuttavia, l’attuazione dell’Accordo necessita di adeguamenti a livello di ordinanza:
a) Secondo l’articolo 18 paragrafo 3 del regolamento (UE) 2022/2371, ogni Stato membro designa le autorità competenti a livello nazionale per la notifica degli allarmi al SARR. Per garantire coerenza nella trasmissione degli allarmi e nel seguito della procedura, tale funzione sarà ricoperta dall’UFSP. Ciò dovrà essere disciplinato nell’ordinanza del 29 aprile 2015 sulle epidemie (OEp) a conclusione delle procedure d’approvazione interna. In effetti, l’UFSP è l’autorità incaricata di attuare l’Accordo sulla sanità. Inoltre, nell’ambito delle malattie trasmissibili l’UFSP è l’autorità competente alla quale devono essere inviate le dichiarazioni relative ai rischi per la salute pubblica (cfr. art. 12 LEp). Anche l’ambito della radioprotezione rientra nelle competenze dell’UFSP (cfr. art. 137 dell’ordinanza del 26 aprile 2017 sulla radioprotezione [ORaP]). Per altre minacce specifiche sono competenti uffici federali diversi. L’USAV, per esempio, è l’autorità competente in caso di epizoozie (art. 57 LFE). Per gli eventi tossici o altri effetti chimici, i Cantoni provvedono affinché venga designata una centrale che trasmetta l’annuncio dell’incidente rilevante al posto d’allarme della CENAL (PA) presso la Centrale nazionale d’allarme (CENAL) (cfr. art. 12 cpv. 2 OPIR). La CENAL è l’organo d’allarme della Confederazione per gli incidenti industriali. Se si verificano incidenti industriali o incidenti aventi conseguenze importanti oltre le frontiere nazionali, la CENAL li segnala ai Paesi limitrofi tramite il sistema di notifica degli incidenti industriali ai sensi della Convenzione dell’UNECE sugli effetti transfrontalieri degli incidenti industriali. In materia di protezione della popolazione, la CENAL assume compiti d’informazione e allarme in caso di pericolo dovuto a un aumento della radioattività (art. 7 dell’ordinanza dell’11 novembre 2020 sulla protezione della popolazione [OPPop]) o a sostanze chimiche (art. 8 OPPop), in caso di pericolo proveniente dallo spazio (art. 9 OPPop), e, infine, in caso di altri pericoli (art. 10 OPPop), segnatamente se dovuti a un evento di portata nazionale rilevante per la protezione della popolazione. Le autorità federali competenti provvederanno a coordinarsi per garantire che l’UFSP possa trasmettere i pertinenti allarmi al SARR. Tale coordinamento sarà disciplinato nel quadro delle disposizioni esecutive delle leggi federali applicabili. Inoltre, l’UFSP e le autorità competenti a sorvegliare e dichiarare i pericoli per la salute concluderanno accordi per definire i principi della cooperazione.
903 904 905 906 907 908 909 RS 916.40 RS 814.50 RS 814.012 RS 818.101.1 RS 814.501 RS 0.814.04 RS 520.12 Per le gravi minacce per la salute a carattere transfrontaliero di origine ambientale che soddisfano i criteri del regolamento (UE) 2022/2371 e che non rientrano fra gli eventi tossici o altri effetti chimici ai quali si applica l’OPIR, non vi è alcun obbligo di dichiarazione a un’autorità federale. Va notato che i Cantoni hanno già la possibilità di informare la CENAL di un allarme in caso di evento dannoso di vasta portata (evento maggiore), catastrofe o situazione d’emergenza. Tuttavia, per prevedere l’obbligo da parte dei Cantoni di notificare alla CENAL il caso di gravi minacce per la salute a carattere transfrontaliero di origine ambientale o sconosciuta e non disciplinate dalle disposizioni sopra menzionate, si potrebbe prevedere una modifica della legge federale del 20 dicembre 2019 sulla protezione della popolazione e sulla protezione civile (LPPC) nel quadro di una revisione ordinaria della legge. Ciò consentirebbe di garantire, soprattutto in futuro, l’assenza di lacune concernenti l’obbligo di notifica dei Cantoni. Al momento non è stata individuata alcuna situazione plausibile che non sia disciplinata dalle disposizioni di diritto nazionale vigenti. Una collaborazione tra le autorità federali competenti e i Cantoni sarebbe auspicabile per facilitare la trasmissione di informazioni relative a tali gravi minacce per la salute a carattere transfrontaliero e far sì che l’UFSP disponga delle informazioni pertinenti da trasmettere nel contesto del SARR.
b) Ulteriori adeguamenti concernono l’ordinanza del DFI del 1° dicembre 2015 sulla dichiarazione di osservazioni relative alle malattie trasmissibili dell’essere umano (ODMT). Quest’ultima stabilisce a livello nazionale quali malattie e agenti patogeni devono essere dichiarati alle autorità dai professionisti della salute e dai laboratori per garantire una sorveglianza uniforme e sistematica. Non si tratta di modifiche sostanziali, ma di adeguamenti volti a precisare alcuni aspetti. Da un lato è probabile che malattie trasmissibili dell’essere umano che al momento non devono essere dichiarate – a differenza di quanto avviene nell’UE – in futuro saranno soggette all’obbligo di dichiarazione. Si tratta quindi di garantire che gli agenti patogeni a dichiarazione obbligatoria siano soggetti alle stesse prescrizioni applicate nell’UE e, soprattutto, che siano applicate le raccomandazioni dell’ECDC. Dall’altro lato, i criteri di dichiarazione (definizioni cliniche ed epidemiologiche) devono essere parzialmente rivisti. Attualmente sono riportati in una guida dell’UFSP e non hanno carattere normativo. La Svizzera tiene già conto degli standard internazionali (dell’Organizzazione mondiale della sanità [OMS], dell’ECDC e di altri istituti interazionali riconosciuti come l’istituto tedesco Robert Koch) per garantire la comparabilità e l’efficienza della propria sorveglianza epidemiologica.
Va inoltre sottolineato che, come esposto al capitolo 2.1 «Elementi istituzionali», il Consiglio federale propone di procedere ad adeguamenti legislativi in merito alle modalità di coinvolgimento del Parlamento nel quadro delle disposizioni istituzionali e alla pubblicazione di tutti i documenti pubblici dell’UE rilevanti per il «decision shaping». In particolare, propone di adeguare la legge sul Parlamento (LParl) e la legge sull’organizzazione del Governo e dell’Amministrazione (LOGA). Ciò riguarda anche l’Accordo sulla sanità, nel quale gli elementi istituzionali sono applicati in maniera analoga. Per quanto attiene alle modifiche della LParl e della LOGA previste 910 911 RS 520.1 RS 818.101.126 nel decreto federale che approva e traspone nel diritto svizzero l’Accordo tra la Svizzera e l’UE sulla sanità, si vedano i numeri 2.1.7.2 e 2.1.7.3.
Dies ist keine amtliche Veröffentlichung. Massgebend ist allein die Veröffentlichung durch die Bundeskanzlei (Art. 49 PublV). Text automatisch aus dem amtlichen PDF übernommen; im Zweifel gilt das PDF.